Lehrerberuf wird attraktiver
30. Juni 2009
RLV begrüßt Anhebung der Verbeamtungsgrenze auf 40 Jahre. „Der Lehrerberuf in Nordrhein-Westfalen ist heute ein gutes Stück attraktiver geworden“, kommentiert Brigitte Balbach, Vorsitzende des Realschullehrerverbandes NRW, den heutigen Beschluss des Landeskabinetts zur Anhebung der Verbeamtungsgrenze von 35 auf 40 Jahre. „Damit ist unser jahrelanger Kampf belohnt worden.“ Erfreulich unbürokratisch tritt die neue Regelung bereits im Juli 2009 in Kraft und berücksichtigt auch bereits im Dienst befindliche Kolleginnen und Kollegen, die noch nicht 40 Jahre alt sind. Sie können nachträglich verbeamtet werden. Ebenfalls positiv ist zu bewerten, dass Kindererziehungs- und Pflegedienstzeiten, Wehr- und Ersatzdienstzeiten wie bisher angerechnet werden und so im Einzelfall zu einer weiteren Anhebung der Verbeamtungsgrenzen führen. Für Schwerbehinderte gilt als Alters-Höchstgrenze zur Verbeamtung 43 Jahre.Aus Sicht des RLV wird es nun etwas leichter, qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen und zu halten. Denn Nordrhein-Westfalen wird wettbewerbsfähiger gegenüber einigen Bundesländern wie zum Beispiel Rheinland-Pfalz. Allerdings werden in anderen Nachbar-Bundesländern immer noch wesentlich großzügigere Verbeamtungsregeln praktiziert. So können Beamte in Niedersachsen bis zum 45. und in Hessen gar bis zum 50. Lebensjahr verbeamtet werden. Insofern ist die Gefahr, dass junge, gut ausgebildete Lehrkräfte abwandern, nach dem heutigen Kabinettsbeschluss zwar gemildert, aber nicht gebannt. „Hier besteht also mittelfristig durchaus noch Nachbesserungsbedarf, wobei selbstverständlich auf ein angemessenes Verhältnis zwischen aktiver Dienstzeit und den späteren Versorgungsansprüchen zu achten ist“, so Balbach.
Ein Realschul-spezifisches Problem in NRW ist darüber hinaus die Tatsache, dass in konkurrierenden Bundesländern im Eingangsamt generell die Besoldungsstufe A13 für Realschul-Lehrkräfte gilt, hier in NRW hingegen nur A12. „Diese Altlast aus SPD-Regierungszeiten muss ebenfalls beseitigt werden“, betont Balbach.
30.06.2009
Jochen Smets, Pressesprecher
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