02. Oktober 2009
Komm Mit! – Initiative ist unzureichendDer Realschullehrerverband (RLV) NRW unterstützt zwar ausdrücklich das Ziel, die Zahl der Sitzenbleiber zu senken, er kann aber die bestehende Vereinbarung zur Reduzierung der Sitzenbleiberquote nicht mittragen.
Bekanntlich möchte die Landesregierung die Zahl der Sitzenbleiber innerhalb von fünf Jahren um die Hälfte reduzieren, ohne das Leistungsniveau abzusenken. Der RLV-NRW weist aber erneut darauf hin, dass dieses im Grundsatz löbliche Ziel unter den gegebenen Rahmenbedingungen nicht erreichbar ist. Denn die Umsetzung bleibt in erster Linie an den Schulen hängen: Das Land stellt lediglich 100 Lehrerstellen zur Verfügung. Das macht bei 300 Schulen, die sich an dem Projekt beteiligen können, 0,3 Lehrerstellen pro Schule. „Das ist einfach zu wenig, zumal diese zusätzlichen Lehrerstellenanteile ohnehin nur personell unterdurchschnittlich besetzten Schulen gewährt werden“, betont die RLV-Vorsitzende Brigitte Balbach.
Gerade unter den schlechten Rahmenbedingungen an den von der Politik seit Jahren vernachlässigten Realschulen ist die Senkung der Sitzenbleiberquote mit dem vom Ministerium vorgelegten Konzept nicht möglich.
Bei der teils dramatischen Unterversorgung der Realschulen mit Lehrkräften kann nur mit größter Mühe die reguläre Stundentafel erfüllt werden. Vor diesem Hintergrund kann eine Reduzierung der Sitzenbleiberquote nur mit erheblichen Qualitätsverlusten erkauft werden. So droht das Projekt in populistischer Notenkosmetik zu enden.
„Wir brauchen Qualität“, erklärt die Verbandsvorsitzende Brigitte Balbach. „Qualität ist das Markenzeichen der Realschulen. Sie ist die Basis für den sehr guten Ruf, den Realschul-Absolventen in der Wirtschaft genießen. Dieses Markenzeichen werden wir pflegen und nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Wir dürfen Qualität nicht Quote opfern.“



