Bürger wollen keine Schulstruktur-Experimente

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Allensbach-Umfrage: lehrer nrw sieht sich im Kampf für ein vielgliedriges Schulsystem bestätigt.

Die heute in Berlin vorgestellte Allensbach-Umfrage zur Schulpolitik und zum Lehrerbild in Deutschland bestätigt einmal mehr, dass die Deutschen im Allgemeinen und die Bürger in Nordrhein-Westfalen im Besonderen keine Schulstrukturreformen wollen.  Vordinglichstes Problem aus Sicht der Befragten sind zu große Klassen. Daher wollen 59 Prozent der Bundesbürger, dass die Klassengrößen verkleinert werden. In NRW sind es sogar 62,5 Prozent. Auf Rang Zwei der Mängelliste steht der hohe Unterrichtsausfall (bundesweit 54%, in NRW 57%). Dagegen halten nur 28 Prozent der Bürger in NRW eine Verlängerung der Grundschulzeit bis nach der sechsten Klasse für sinnvoll (bundesweit 32 Prozent). Auch von oben verordnete Leistungstests für Schulen finden nur 25 Prozent der Befragten in NRW wichtig.

An die auch in NRW von mehreren Parteien beabsichtigte Zusammenlegung von Hauptschulen und Realschulen haben die Bürger keine großen Erwartungen. Nur gut ein Drittel der Befragten glaubt, dass dies die Chancen der Hauptschüler verbessern wird. Dagegen befürchten 38,1 Prozent, dass eine Zusammenlegung die Schulbildung der Realschüler verschlechtern wird.

„Diese Ergebnisse zeigen, dass es den Menschen auf guten Unterricht und gute Unterrichtsbedingungen ankommt. Die Bürger haben Vertrauen in ihre Schulen. Sie wollen keine Experimente an der Schulstruktur. Das längere gemeinsame Lernen wird von einer riesigen Mehrheit abgelehnt – die Menschen haben ein feines Gespür dafür, dass das zur Einheitsschule führen würde“, kommentiert Brigitte Balbach, Vorsitzende von lehrer nrw, die Umfrage. „Gerade im Hinblick auf die Landtagswahl in NRW sollten sich die Parteien und die Kommunalpolitiker diese Ergebnisse hinter den Spiegel stecken. lehrer nrw jedenfalls sieht sich im Kampf für ein leistungsfähiges, neigungs- und begabungsgerechtes gegliedertes Schulsystem bestätigt.“

Bedenklich ist das zwiespältige Meinungsbild zum Image und zu den Leistungen der Lehrerinnen und Lehrer. Generell schneiden Lehrer in der Bewertung bei Eltern schulpflichtiger Kinder wesentlich besser ab als bei der Gesamtheit der Befragten. „Eltern, deren Kinder zur Schule gehen, wissen meist zu würdigen, was Lehrer leisten. In der breiten Öffentlichkeit scheint das Bild des Lehrers allerdings immer noch von vielen Klischees und Vorurteilen geprägt zu sein. Es ist eine Zukunftsaufgabe für Politik und Gesellschaft, dieses Bild zu korrigieren – auch um den Beruf für den Lehrernachwuchs attraktiver zu machen“, so Balbach.

31.03.2010
Jochen Smets, Pressesprecher


Bei Rückfragen steht Ihnen die Vorsitzende von lehrer nrw, Brigitte Balbach, zur Verfügung:
Tel. 02 11 / 1 64 09 71 oder mobil 01 72 / 9 01 87 66.


Über „lehrer nrw“:

„lehrer nrw“ ist aus dem traditionsreichen Realschullehrerverband NRW hervorgegangen. lehrer nrw vertritt die Interessen der Lehrkräfte im Sekundarbereich, insbesondere an den über 550 Realschulen und den rund 670 Hauptschulen in NRW. Unter dem Dach des Deutschen Beamtenbundes (DBB) tritt lehrer nrw für ein vielgliedriges Schulsystem in öffentlicher und privater Trägerschaft ein.

Zur Original-Pressemitteilung (im PDF-Format, 70 KB)