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Die Pressekonferenz von Schulministerin Sylvia Löhrmann zum Schuljahresauftakt hat wenig neue Erkenntnisse gebracht.

Die Gemeinschaftsschule soll als eierlegende Wollmilchsau der rot-grünen Minderheitsregierung die demografischen und sozialen Probleme des Landes lösen – und das natürlich ohne Verluste bei der Bildungsqualität. Ob das gelingt, hält lehrer nrw für höchst fraglich.

Die Vorgaben sind vage. In Klasse 5 und 6 soll gemeinsam gelernt werden, danach entscheiden Schulen und Schulträger, ob integrativ oder in unterschiedlichen Schulzweigen weiter unterrichtet wird. Da das integrative Modell einen geringeren finanziellen und personellen Aufwand erfordern dürfte, ist klar, wohin die Reise geht: „Der Weg zur Einheitsschule ist vorgezeichnet, weil die Kommunen im Zweifel nicht nach Bildungsqualität, sondern nach Kassenlage entscheiden werden“, erklärt Brigitte Balbach, Vorsitzende von lehrer nrw. „Bedauerlich ist, dass ausgerechnet die schwarz-gelbe Vorgängerregierung mit dem § 25 des Schulgesetzes für diese Entwicklung das Einfallstor geöffnet hat, das Rot-Grün jetzt natürlich gern und geschickt nutzt.“

Aus Sicht der Realschulen ist festzuhalten, dass diese Schulform mit einer steigenden Übergangsquote (von 28,4 auf 29 Prozent) erneut ihren großen Stellenwert bei Eltern und Schüler unter Beweis gestellt hat. Das ausdrückliche Bekenntnis von Ministerin Löhrmann zu allen Schulformen (Zitat: „Wir schließen von Landesseite keine Schule und schaffen auch keine Schulform ab“) begrüßt lehrer nrw. Natürlich muss sichergestellt werden, dass andere Schulformen durch eine zu befürchtende und implizit auch angekündigte Bevorzugung der neuen Gemeinschaftsschule nicht ausbluten.

Nicht geäußert hat sich die Ministerin zu den Rahmenbedingungen an den Schulen. Kleinere Klassen, Entlastungen der Lehrkräfte und eine attraktivere Besoldung sind nur einige Beispiele für dringend benötigte Verbesserungen.

27.08.2010
Jochen Smets, Pressesprecher

Über „lehrer nrw“:
„lehrer nrw“ ist aus dem traditionsreichen Realschullehrerverband NRW hervorgegangen. lehrer nrw vertritt die Interessen der Lehrkräfte im Sekundarbereich, insbesondere an den über 550 Realschulen und den rund 670 Hauptschulen in NRW. Unter dem Dach des Deutschen Beamtenbundes (DBB) tritt lehrer nrw für ein vielgliedriges Schulsystem in öffentlicher und privater Trägerschaft ein.

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