Will die Ministerin das Fach Wirtschaft nicht?

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Bulle-u-Baer150.jpglehrer nrw: Schulministerin Löhrmann muss ein Zeichen zur Stärkung der Realschulen setzen.

Der Modellversuch „Wirtschaft an Realschulen“ droht aufs Abstellgleis zu geraten. Schulministerin Sylvia Löhrmann hat das von der schwarz-gelben Vorgängerregierung aufgelegte und von lehrer nrw mit initiierte Projekt bislang eher halbherzig fortgeführt. Die 70 Realschulen, die am Modellversuch teilnehmen, sind bei der Ausgestaltung allein gelassen worden. „Die Schulen haben keine Ressourcen erhalten, die Lehrer mussten ihre Lehrpläne selbst entwickeln“, kritisiert Brigitte Balbach, Vorsitzende von lehrer nrw. „Wir haben das frühzeitig erkannt und darum unsererseits ein Expertengremium mit Professoren von vier Universitäten in NRW und Lehrkräften aus den beteiligten Schulen ins Leben gerufen.“ Dieses Gremium hat unter anderem eine Literaturliste erstellt, die die Schulen nutzen können. Prof. Dr. Thomas Retzmann von der Uni Duisburg-Essen hat auf Anregung von lehrer nrw „Kompetenzziele für das allgemein bildende Fach ‚Wirtschaft/Ökonomie‘ in der Sekundarstufe I“ entwickelt. Es ist ein gemeinsamer Vorschlag aller NRW-Hochschulstandorte für ökonomische Bildung. Es wurde auf den Websites aller beteiligten Hochschulen als Diskussionspapier veröffentlicht und dem Ministerium zur Prüfung vorgelegt.

Gleichwohl bleibt der Eindruck, dass der Modellversuch für das Schulministerium ein ungeliebtes Kind ist. Daran hat der heute im Schulausschuss des Landtags vorgelegte Bericht der Ministerin nichts geändert. Der Frage nach einer Weiterentwicklung und Stärkung der Realschulen durch eine Fortsetzung des Projekts wich Ministerin Löhrmann im Schulausschuss aus. Sie verwies darauf, dass es keine Festlegungen für die Zeit nach dem Ende des auf drei Jahre angelegten Modellversuchs gibt. „Das lässt nicht gerade großen Willen zur Verstetigung erkennen“, so Balbach.

Ziel muss es sein, das Fach Wirtschaft so bald wie möglich flächendeckend als Kernfach an allen Realschulen in NRW einzuführen, so die Forderung von lehrer nrw. Dies würde eine Entwicklungsperspektive für Realschulen eröffnen. Immerhin ist im Rahmen des Schulkonsenses eine Verfassungsgarantie für das gegliederte Schulsystem verankert worden. „Daher fordern wir Schulministerin Sylvia Löhrmann auf, an dieser Stelle ein Zeichen zu setzen, dass ihr die Weiterentwicklung der Realschulen am Herzen liegt“, betont Balbach.

Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Krise des Euro und der kaum überwundenen Weltwirtschaftskrise ist es eminent wichtig, dass Schüler wirtschaftliche Zusammenhänge erkennen und begreifen. Auch für konkretes Alltagshandeln kann ein Fach Wirtschaft wichtige Impulse geben. Der Umgang mit Geld, private Konsumentscheidungen oder die Schuldenproblematik seien nur als Beispiele genannt.

14.09.2011

Jochen Smets, Pressesprecher

Über „lehrer nrw“:
lehrer nrw“ ist aus dem traditionsreichen Realschullehrerverband NRW hervorgegangen. lehrer nrw vertritt die Interessen der Lehrkräfte im Sekundarbereich, insbesondere an den über 550 Realschulen und den rund 670 Hauptschulen in NRW. Unter dem Dach des Deutschen Beamtenbundes (DBB) tritt lehrer nrw für ein vielgliedriges Schulsystem in öffentlicher und privater Trägerschaft ein.

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