Keine Fahrlässigkeit bei der Inklusion!
02. Dezember 2011
lehrer nrw mahnt bessere Bedingungen und verlässlichen Rahmen an.
CDU-Fraktionschef Karl-Josef Laumann hat heute den Finger in die Wunde gelegt: Beim Thema Inklusion fehlen bisher sowohl ein realistischer Zeitplan als auch ein verlässlicher Verwaltungsrahmen. „Damit Inklusion gelingt, müssen die Schulen mit erheblichen personellen und räumlichen Ressourcen ausgestattet werden, und es bedarf intensiver Fortbildungen. Die Lehrer an den Regelschulen müssen mitgenommen werden. Viele Lehrkräfte sind verunsichert, weil sie nicht wissen, wie sie einerseits die vorgegebenen Lernziele und -standards erreichen und gleichzeitig eine optimale differenzierende Förderung leisten sollen, die der inklusive Unterricht erfordert“, betont Brigitte Balbach, Vorsitzende von lehrer nrw.Die Probleme sind bereits deutlich im Praxisbetrieb erkennbar. Mit Beginn des laufenden Jahres haben sich einige Realschulen in Nordrhein-Westfalen auf den Weg zur Inklusion gemacht. Die Kolleginnen und Kollegen an den Schulen gestalten diesen Prozess mit Kreativität und großem persönlichen Einsatz. Viele fühlen sich allerdings allein gelassen. „Offensichtlich gibt es innerhalb der Bezirksregierungen sehr unterschiedliche Maßstäbe hinsichtlich der Personalausstattung der inklusiv arbeitenden Schulen. Sonderpädagogische Fachkräfte sind oft nicht im erforderlichen Umfang vorhanden. Auch die notwendigen baulichen Aktivitäten der Schulträger sind sehr unterschiedlich ausgeprägt. Daher bestehen sehr unterschiedliche Rahmenbedingungen für den Prozess der Inklusion. Ungerechtigkeiten zwischen den Schulen, Überforderung der Kolleginnen und Kollegen und schlechte Rahmenbedingungen für unsere Kinder sind das Ergebnis“, so Balbach.
lehrer nrw fordert die Landesregierung auf, einen rechtsverbindlichen Rahmen vorzulegen. „Es ist fahrlässig, einen so komplexen Prozess wie die Inklusion von Kindern mit unterschiedlichsten Förderbedarfen so ungeregelt laufen zu lassen“, erklärt Balbach. Zur Inklusion gehört aus Sicht von lehrer nrw auch, dass es weiterhin Förderschulen gibt. Balbach: „Auf diese Exzellenz dürfen wir nicht verzichten. Schnupperkurse während des Studiums reichen keinesfalls aus. Eltern schätzen ein Angebot, das behinderte Kinder mit hoher Professionalität und unter optimalen Bedingungen fördert.“
02.12.2011
Jochen Smets, Pressesprecher
Bei Rückfragen steht Ihnen die Vorsitzende von lehrer nrw, Brigitte Balbach, zur Verfügung. Tel. 0211/164097.
Über „lehrer nrw“:
„lehrer nrw“ ist aus dem traditionsreichen Realschullehrerverband NRW hervorgegangen. lehrer nrw vertritt die Interessen der Lehrkräfte im Sekundarbereich, insbesondere an den über 550 Realschulen und den rund 670 Hauptschulen in NRW. Unter dem Dach des Deutschen Beamtenbundes (DBB) tritt lehrer nrw für ein vielgliedriges Schulsystem in öffentlicher und privater Trägerschaft ein.
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