Damoklesschwert Lehrerbesoldung

Haushalt 2020: lehrer nrw kritisiert Blockadehaltung des Finanzministers.

Die nach wie vor offene Besoldungsfrage bleibt bisher ein uneingelöstes Wahlversprechen der schwarz-gelben Landesregierung. Daran ändert auch der Haushaltsentwurf 2020 nichts, wie die lehrer nrw-Vorsitzende Brigitte Balbach heute bei einer Anhörung im Landtag deutlich machte: „Diese Blockadehaltung ist sehr enttäuschend. Diese Koalition hat klar und deutlich kommuniziert, dass sie die Gerechtigkeitslücke bei der Besoldung schließen will. Und nun sitzt Finanzminister Lutz Lienenkämper auf dem Geld. Dabei sollte Schwarz-Gelb aus der Vergangenheit gelernt haben, dass Landesregierungen für Versäumnisse im Schulbereich vom Wähler abgestraft werden. Wer den Lehrermangel wirksam bekämpfen will, muss dem Lehrer-Nachwuchs handfeste finanzielle Anreize bieten. Die Untätigkeit in der Besoldungsfrage ist zum Damoklesschwert für SchwarzGelb geworden. Angesichts maroder Schulen, unterbezahlter Lehrkräfte und miserabler Arbeitsbedingungen ist den Wählern das Dogma der Null-Neuverschuldung nicht mehr zu vermitteln.“

Seit 2009 durchlaufen alle Lehrerinnen und Lehrer in Nordrhein-Westfalen eine gleich lange Ausbildung. Das spiegelt sich allerdings nicht in der Besoldung. Daher fordert lehrer nrw: Alle grundständig ausgebildeten Lehrkräfte müssen nach A13 besoldet werden. Für Bestandslehrkräfte muss ein Stufenplan zur schrittweisen Besoldungsanpassung aufgelegt werden. Und Seiteneinsteiger müssen Möglichkeiten zur Nachqualifizierung erhalten.

Für Fachleiter, die enorm wichtige Arbeit in der Lehrerausbildung leisten, muss es im Sekundarbereich I ein Beförderungsamt geben – so, wie es im Sek-II-Bereich längst Usus ist. Wichtig ist darüber hinaus, den Schulalltag wieder lebbar zu gestalten. Dazu braucht es u.a. multiprofessionelle Teams mit Schulverwaltungsassistenten, Schulsozialarbeitern und Schulpsychologen – und zwar ohne Anrechnung auf die Zahl der Lehrerstellen. „Ziel ist eine Attraktivitätssteigerung des Lehrerberufs insgesamt. Das sollte sich die Landesregierung auf die Fahnen schreiben“, so Balbach.

29.10.2019
Jochen Smets, Pressesprecher

Originalpressemitteilung (PDF-Datei)


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