Enorme Herausforderung, erhebliche Risiken

Weitere Schulöffnungen: lehrer nrw fordert Impfschutz für alle Lehrkräfte.

Hunderttausende Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen haben seit einem Vierteljahr keinen Klassenraum von innen gesehen. Darum ist es gut, dass es ab dem 15. März ein Unterrichtsangebot für alle geben soll. Gleichwohl bedeutet dieser Schritt für die Schulen eine enorme organisatorische Herausforderung und für alle am Schulleben Beteiligten erhebliche Risiken.

„Das in der heutigen Schulmail angekündigte Wechselmodell aus Distanz- und Präsenzunterricht ist schon aus Gründen des Infektionsschutzes alternativlos. Viele Schulen werden jedoch an räumliche, personelle und organisatorische Grenzen stoßen, weil sie nicht nur den Wechselunterricht stemmen müssen, sondern auch eine pädagogische Betreuung und Aufsicht für eine nicht unerhebliche Zahl von Schülerinnen und Schülern, die nicht zuhause lernen können bzw. betreut werden können. Darum müssen die Schulen bei der Ausgestaltung des Betriebs ab dem 15. März größtmögliche Flexibilität haben“, betont Sven Christoffer, Vorsitzender von lehrer nrw.

Klar muss auch sein: Von schulischer Normalität sind wir noch sehr weit entfernt. Einen regulären Unterricht nach Stundentafel wird es unter den gegebenen Umständen nicht geben können. Bei der Erwartungshaltung ist Realismus geboten: Bis zu den Osterferien wird es ausschließlich darum gehen, die Schüler wieder an den Präsenzunterricht heranzuführen und Defizite zu identifizieren.

Mit größter Dringlichkeit stellt sich nun die Frage der Impf-Priorisierung. „Es wäre unverantwortlich, an dem Plan festzuhalten, zunächst nur pädagogisches Personal in Kitas und Grundschulen zu impfen, nicht aber in weiterführenden Schulen. Das Infektionsrisiko wird mit den weiteren Jahrgängen, die wechselweise in den Präsenzunterricht zurückkehren, zwangsläufig steigen. Wir fordern Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann daher auf, schnellstmöglich Impfangebote für alle Lehrkräfte aller Schulformen zu machen. Flankiert werden muss dies von einer umfassenden Teststrategie für alle am Schulleben Beteiligten. Die Landesregierung misst Schulöffnungen höchste Prioriät bei. Dann muss die Gesundheit von Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern aber auch höchste Priorität haben“, so Christoffer.

05.03.2021
Jochen Smets, Pressesprecher

Zur Originalpressemitteilung (PDF-Datei)


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