Im Gespräch mit der Schulministerin

Schulministerin Yvonne Gebauer, Bildnachweis: MSB NRW

Integration, Inklusion, Digitalisierung und Besoldung waren die Kernthemen einer gemeinschaftlichen Besprechung des Hauptpersonalrats Realschulen mit Schulministerin Yvonne Gebauer am 18. Dezember.

Als Vorsitzende des HPR machte Brigitte Balbach deutlich, dass die Lehrerschaft die Separierung von Zuwandererkindern in reinen Flüchtlingsschulen kritisch sieht. Solche Modelle werden derzeit zum Beispiel in Hagen und Mülheim praktiziert. Offenbar drängen auch andere Kommunen auf ähnliche Lösungen, um die hohe Zahl von Flüchtlingskindern bewältigen zu können. Die Ministerin teilte die Auffassung des HPR, dass eine derartige Ghettoisierung von Zuwandererkindern nicht dem Leitgedanken der Integration entspricht und nur als vorübergehende Lösung zu tolerieren ist.

Bei der Inklusion herrschte Einigkeit, dass umgesteuert werden muss. Der Inklusionsprozess muss professioneller und nachhaltiger gestaltet werden. Dabei geht Qualität vor Tempo. Gebauer plant unter anderem die Bildung von Schwerpunktschulen, die sich auf bestimmte Förderbereiche konzentrieren und dafür mit entsprechenden Ressourcen, auch multiprofessionellen Teams, ausgestattet werden. Der HPR forderte mit Nachdruck, dass das Thema Inklusion schon in der Lehrerausbildung einen hohen Stellenwert bekommt. Zudem müssten auch Lehrkräfte, die bereits im Schuldienst sind, durch hochwertige Fortbildungen für die Inklusionsarbeit fit gemacht werden.

Im Zusammenhang mit der Besoldungsfrage begrüßte es der HPR, dass die Landesregierung gewillt ist, die Arbeit der Lehrkräfte besser zu entlohnen. Kritisch wurde aber auch angemerkt, dass es neuen Ärger provozieren werde, wenn nur neu ausgebildete Lehrkräfte im Eingangsamt eine Besoldung nach A13 erhielten. Nötig sei ein Stufenplan, der eine Besoldungsanpassung auch für die bereits im Schuldienst befindlichen Lehrkräfte beinhaltet. Generell forderte der HPR gleiche und faire Rahmenbedingungen im Sekundarbereich I, vor allem im Hinblick auf die Unterrichtsverpflichtung, die Klassengrößen und die Schüler-Lehrer-Relation.

Die Digitalisierung schreitet immer weiter voran. Hier müssen die Schulen Schritt halten. Gerade im Hinblick auf die wegen technischer Probleme und Sicherheitsmängeln vorerst gestoppte IT-Plattform „Logineo NRW“, aber auch in Bezug auf das Thema „digitales Klassenbuch“, seien noch viele Fragen offen. Insbesondere müsse geklärt werden, wer in der Haftung ist, wenn sensible administrative Daten nach außen dringen – ob nun aus Versehen oder zum Beispiel durch einen Hackerangriff.