Klare Teststrategie nicht zu erkennen

Verantwortung für Schüler-Selbsttests nicht bei Lehrkräften abladen.

Als sei die Öffnung der Schulen für alle Schüler am möglichen Beginn einer dritten Corona-Welle nicht schon riskant genug, sollen die Schulen jetzt auch noch nebenbei zu Corona-Teststationen werden. Lehrkräfte sollen die Selbsttests von Schülerinnen und Schülern beaufsichtigen, anleiten, unterstützen, kontrollieren, dokumentieren sowie bei positivem Ergebnis auch noch die nötigen weiteren Schritte einleiten und natürlich „pädagogisch sensibel“ (Zitat Schulmail vom 15.3.) die verständliche Besorgnis bei den Betroffenen moderieren. Und bei Unklarheiten verweist das Schulministerium auf ein paar Erklärvideos.

„Lehrkräfte haben schon alle Hände voll damit zu tun, in einer extrem schwierigen Situation ein Unterrichtsangebot zu machen, das den Bildungserfolg ihrer Schülerinnen und Schüler sicherstellt. Dass sie nun auch noch die Testaufsicht schultern sollen, ist weder zeitlich noch fachlich leistbar. Diese Verantwortung können und wollen die Lehrerinnen und Lehrer nicht tragen. Wenn die Selbsttests tatsächlich in der Schule stattfinden sollen, muss dafür geschultes externes Personal bereitgestellt werden. Besser wäre es jedoch, wenn die Tests zuhause durchgeführt würden. Dann würden positiv getestete und möglicherweise infektiöse Schüler erst gar nicht in der Schule auftauchen. Das Schulministerium kann nicht einfach Tests an den Schulen und die Verantwortung bei den Lehrern abladen“, sagt Sven Christoffer, Vorsitzender von lehrer nrw. „Fazit: Eine klare Teststrategie ist nicht zu erkennen. So lässt sich die Pandemie nicht aufhalten.“

16.03.2021
Jochen Smets, Pressesprecher

Originalpressemitteilung (PDF-Datei)


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