Massive Verunsicherung

Ende der Maskenpflicht: Landesregierung lässt viele Fragen unbeantwortet.

Das von Ministerpräsident Armin Laschet am vergangenen Donnerstag angekündigte Ende der Maskenpflicht im Unterricht zum 1. September hat bei Lehrkräften und Schülern massive Verunsicherung ausgelöst. Zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer haben große Sorge, dass sie sich am Arbeitsplatz Schule wieder einem erhöhten Infektionsrisiko aussetzen. Das muss die Landesregierung unbedingt ernst nehmen. Die Gesundheit aller am Schulleben Beteiligten muss absolute Priorität haben.

Aus rein pädagogischer Sicht ist ein Unterricht ohne Maske sinnvoll und wünschenswert. Denn ohne die Mund-Nasen-Bedeckung wird die Kommunikation und damit auch das gesamte Unterrichtsgeschehen deutlich erleichtert.
Andererseits haben sich Masken in der Corona-Pandemie als einfaches, effektives und weithin akzeptiertes Mittel erwiesen, das Infektionsgeschehen einzudämmen. „Die Maskenpflicht im Unterricht war eine drastische, aber im Sinne des Gesundheitsschutzes vertretbare Maßnahme.
Wenn die Landesregierung die Maskenpflicht nun abschafft, muss sie auch sagen, wie sie einen gleichwertigen Schutz von Lehrkräften und Schülern sicherstellen will. Dazu hat die heutige Pressekonferenz von Schulministerin Yvonne Gebauer leider kaum Erhellendes beigetragen“, sagt Brigitte Balbach, Vorsitzende von lehrer nrw.

Nötig wäre ein klares Konzept, das regelt, wie der Unterricht ohne Maske zum Beispiel in großen Klassen und bei unzureichenden Lüftungsmöglichkeiten möglich sein soll. Ein solches Konzept hat die Ministerin heute nicht vorgelegt. Gesichtsvisiere, Hygiene-Schutz-Trennwände oder Luftreiniger zum Beispiel wurden gar nicht erst thematisiert. Wichtig wären auch eine Maskenpflicht im Unterricht für Schulen in Regionen mit hohen Infektions-Fallzahlen sowie Ausnahmen für Schulen, die per Schulkonferenz-Beschluss auf ein Maskengebot setzen möchten. „Unter entsprechenden Rahmenbedingungen hätte das Ende der Maskenpflicht ein Schritt hin zu einer schulischen Normalität sein können. So aber bleiben Lehrkräfte sowie Schüler verunsichert und mit vielen offenen Fragen zurück. Es ist bezeichnend, dass viele Schulen erwägen oder bereits beschlossen haben, auf freiwilliger Basis beim Unterricht mit Maske zu bleiben“, kritisiert Sven Christoffer, stellvertretender Vorsitzender von lehrer nrw und Vorsitzender des Hauptpersonalrats Realschulen.
 
31.08.2020
Jochen Smets, Pressesprecher

Original-Pressemitteilung (PDF-Datei)