Populismus pur

Ausschnitt aus der PM vom 15.05.2019

SPD inszeniert sich als Speerspitze gegen den Lehrermangel.

Der Antrag der SPD, Schulen im Hinblick auf den Lehrermangel nicht im Stich zu lassen, ist Populismus pur. Dies erklärte die lehrer nrw-Vorsitzende Brigitte Balbach heute in einer Expertenanhörung im Landtag.
Der eklatante Lehrermangel, unter dem Schulen, Schüler und Lehrkräfte gleichermaßen leiden, hat seine Ursachen maßgeblich in der Regierungsverantwortung der rot-grünen Vorgängerregierung. Sie hat es versäumt, Lehrerbedarfsprognosen fortzuschreiben (die letzte stammt aus dem Jahr 2011!) und die sich bereits abzeichnende Problematik ignoriert. Stattdessen wurde den Schulen zusätzlich ein Inklusionsprozess aufgebürdet, der übereilt, ohne Konzept und ohne ausreichende Ressourcen übers Knie gebrochen wurde. Lehrerinnen und Lehrer wurden mit immer mehr Aufgaben allein gelassen. Diese Geringschätzung und mangelnde Unterstützung hat sehr viele Lehrkräfte frustriert und entnervt.

„Vor diesem Hintergrund ist es völlig realitätsfern, dass die SPD sich nun als Speerspitze gegen den Lehrermangel zu inszenieren versucht. Nicht nur für Lehrkräfte ist dies ein durchschaubares Manöver. Auch inhaltlich ist der SPD-Antrag sinnlos. Was die Schulen brauchen, sind zum Beispiel Schulverwaltungsassistenten, Schulsozialarbeiter und Sozialpädagogen in multiprofessionellen Teams. Dies könnte den aufgrund des Lehrermangels ohnehin überlasteten Lehrkräften Freiräume geben, um sich auf ihre Kerngeschäfte zu konzentrieren – guten Unterricht.

Zur Attraktivitätssteigerung des Lehrerberufs gehört neben einer angemessenen Bezahlung und wirksamen Entlastungen auch, die Lehrerrolle zu überdenken. Lehrkräfte haben heute in einem viel zu engen Vorgabenkorsett kaum noch Luft zum Atmen. Lehrerinnen und Lehrer müssen wieder eigenverantwortlich lehren und ihre Individualität einbringen dürfen. Sie kennen ihre Schüler am besten und wissen, was sie brauchen“, betonte Balbach.
15.05.2019
Jochen Smets, Pressesprecher

Originalpressemitteilung (PDF-Datei)


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