Schüler sind keine Lernroboter

Sicherer Schulbetrieb und Aufholen von Lernrückständen haben Priorität.

Die Landesregierung geht mit Hausaufgaben in die Sommerferien. Die Arbeitsaufträge sind klar: Es gilt, einen sicheren Schulbetrieb zu gewährleisten und die bei vielen Schülerinnen und Schülern aufgelaufenen Lernrückstände aufzuarbeiten. „Klar muss sein: Die Schule ist der richtige Ort, um die kognitive, emotionale und soziale Entwicklung der Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu fördern – im Unterricht und durch außerunterrichtliche Angebote. Förderung braucht Professionalität, und die Experten dafür sind unsere Lehrkräfte. Sie können am besten einschätzen, wo Defizite sind und wie sie behoben werden können“, betont Sven Christoffer, Vorsitzender von lehrer nrw.

„Dass der Großteil der von Bund und Land im Programm ‘Aufholen nach Corona‘ bereitgestellten 430 Millionen Euro, wie heute von Schulministerin Yvonne Gebauer erläutert, direkt in die Schulen fließen soll, ist positiv. Ein erheblicher Teil kann für zusätzliches Personal verwendet werden, um Förderangebote in Kleingruppen zu ermöglichen. Zudem erhalten alle Schulen ein frei verfügbares Zusatz-Budget, über dessen Verwendung sie selbst entscheiden können. Das schafft Flexibilität und berücksichtigt die unterschiedlichen Voraussetzungen im Hinblick auf Ausstattung und Infrastruktur. Diese Mittelverteilung stellt sicher, dass die Lernzeit in der Schule intensiviert und nicht durch außerschulische Angebote aufgebläht wird. Denn Kinder und Jugendliche sollten das Recht und die Zeit haben, Kinder und Jugendliche zu sein – und keine Lernroboter.“

Entscheidend sind aus Sicht von Christoffer nun zwei Dinge: „Erstens: Die Fördergelder müssen unkompliziert und unbürokratisch abgerufen werden können. Zweitens: Die Förderung muss über das bisher angedachte Ablaufdatum Ende 2022 hinaus verstetigt werden. Denn die Folgen von (bisher) eineinhalb Jahren im Pandemie-Modus sind nicht im Sprint zu beseitigen.“

Umsichtig ist im Sinne eines sicheren Schulbetriebs die Entscheidung, die Maskenpflicht im Unterricht zunächst in den ersten knapp zwei Wochen nach den Sommerferien aufrechtzuerhalten, um einschätzen zu können, wie sich das Reisegeschehen auf die Infektionslage auswirkt. Ebenso ist es sinnvoll, die Schüler-Selbsttests in den Schulen bis zu den Weihnachtsferien fortzusetzen.

25.06.2021
Jochen Smets, Pressesprecher

Original-Pressemitteilung (PDF-Datei)


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