Schuljahr darf nicht im Chaos enden

Landesregierung muss Konzept für den Neustart am 11. Januar vorlegen.

Vor dem Ende des Corona-Schuljahres 2020 ist es Zeit, den enormen Einsatz der Lehrkräfte zu würdigen, die das Bildungssystem in den letzten Monaten unter schwierigsten Rahmenbedingungen und unter Inkaufnahme eigener gesundheitlicher Risiken aufrechterhalten haben. Die auf drei Wochen ausgedehnten Weihnachtsferien verschaffen allen Beteiligten nun eine Atempause – mehr aber auch nicht. Landesregierung und Schulministerium müssen dringend das Kommunikationschaos in der Schulpolitik beenden und zu mehr Verlässlichkeit und Klarheit zurückfinden. Denn der Unterricht soll am 11. Januar wieder anlaufen – und es ist angesichts des Infektionsgeschehens völlig illusorisch zu glauben, dass dann wieder Präsenzunterricht für alle Schülerinnen und Schüler stattfinden kann.

„Die Landesregierung muss noch vor dem Jahreswechsel ein tragfähiges Rahmenkonzept vorlegen, das nicht nur den Neustart am 11. Januar, sondern auch das gesamte restliche Schuljahr 2020/21 in den Blick nimmt“, fordert Sven Christoffer, Vorsitzender von lehrer nrw.
„Kann zum Beispiel der Tag der Halbjahres-Zeugnisausgabe gehalten werden? Können die Lernstandserhebungen in Klasse 8 und die Zentralen Prüfungen in Klasse 10 planmäßig stattfinden? Klar muss sein: Das Modell, das in dieser Woche seit dem Schul-Lockdown am 14. Dezember notgedrungen praktiziert wurde, ist untauglich und darf nicht fortgeführt werden.

Insbesondere die Gleichzeitigkeit von Präsenz- und Distanzunterricht in den unteren Jahrgängen bis Klasse 7 ist nicht praktikabel und verursacht massive organisatorische und logistische Probleme sowie eine erhebliche Mehrbelastung der ohnehin schon am Limit arbeitenden Lehrkräfte. Die Schulen brauchen kein enges Korsett, sondern flexible Rahmenbedingungen, innerhalb derer sie sich entsprechend ihrer personellen, technischen und räumlichen Ausstattung sowie angepasst an die lokale Infektionslage bewegen können. Denn viele Schulen haben längst gute eigene Konzepte für Distanz- oder Wechselunterricht unter Pandemiebedingungen entwickelt.“

17.12.2020
Jochen Smets, Pressesprecher

Original-Pressemitteilung (PDF-Datei)


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