Wohltaten aus dem leeren Füllhorn

Auszug aus der Pressemitteilung "Schatzsucher" vom 02.10.2019

SPD-Konzept der Schatzsucher-Schulen ist naiv und untauglich.

Der Antrag der SPD, Schulen in schwierigem sozialem Umfeld gezielt zu fördern, ist ehrenwert, aber realitätsfern. Das deutet der naiv anmutende Titel „Schatzsucher-Schulen“ bereits an. „Natürlich ist es wünschenswert und sinnvoll, Talente von Schülern aus sozial benachteiligten Familien gezielt zu fördern. Doch das Rezept der SPD ist untauglich“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende von lehrer nrw, Sven Christoffer, heute bei einer Expertenanhörung im Landtag. Der SPD-Antrag sieht vor, zunächst einen harten, schulscharfen Sozialindex nach Hamburger Vorbild zu implementieren, nach dem Ressourcen verteilt werden. Mal ganz abgesehen von der damit verbundenen Stigmatisierung der betroffenen Schulen, würde das einen immensen Verwaltungsaufwand nach sich ziehen. Wie viele Schatzsucher-Schulen es dann geben soll, bleibt unklar. Klar ist hingegen, was die SPD für die auserwählten Schulen fordert: Mehr Lehrer, mehr Schulsozialarbeiter, mehr multiprofessionelle Teams, mehr Ganztagsangebote, kleinere Klassen, Entlastung der Lehrkräfte. Wer wollte das nicht?

„Das Problem ist, dass in Zeiten des grassierenden Lehrermangels so gut wie nichts aus dieser Wünsch-dir-was-Liste umsetzbar ist. Zusätzliche Stellen auf dem Papier, die nicht in reale Köpfe umgemünzt werden können, führen nicht zu mehr Talentförderung, sondern zu mehr Frust. Die SPD öffnet mal wieder das Füllhorn schulpolitischer Wohltaten – aber es ist nichts drin.“

Statt des von der SPD propagierten Gießkannen-Prinzips schlägt lehrer nrw vor, die wenigen vorhandenen Ressourcen den Schulen passgenau und am jeweiligen Bedarf orientiert zukommen zu lassen. Christoffer: „Im Idealfall sollten die Schulen selbst auf die zugewiesenen Ressourcen zugreifen können und in eigener Verantwortung über die Verwendung entscheiden dürfen, zum Beispiel für mehr pädagogisches oder Verwaltungspersonal, für Sachanschaffungen oder Fortbildungen. Denn die Schulen wissen selbst am besten, was sie brauchen.“

02.10.2019
Jochen Smets, Pressesprecher

Zur Originalpressemitteilung (PDF-Datei)


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