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Erstes Treffen der GBW-Regionalgruppe Rhein-Ruhr

Termin: Samstag, den 05. Oktober 2019 (weiter Informationen folgen)

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Interessierte an den Regionalgruppen der Gesellschaft für Bildung und Wissen,

Auf der Tagung „Time for Change? – Teil II: Im Hamsterrad – Schule zwischen Überlastung und Anpassungsdruck“, haben sich über 60 Personen in den E-Mail-Verteiler der GBW-Regionalgruppe Rhein/Ruhr eingetragen. Wir denken, dass allein das große Interesse an der Regionalgruppe zeigt, dass es an der Zeit ist, sich auszutauschen und zu vernetzen.

Ein erstes Treffen der Regionalgruppe ist für Samstag, den 05. Oktober 2019 geplant. Genauere Informationen zur Anmeldung, zum Zeitrahmen, Ablauf und Ort der Veranstaltung werden noch folgen.

Bereits vor der Tagung hat sich eine kleine Kerngruppe von vier Kollegen aus Bochum, Essen, Düsseldorf und Lohmar gebildet, die sich bisher einmal getroffen hat, um sich kennenzulernen, Schnittmengen zu erkunden und über die weitere
Vorgehensweise zu beraten. Spontan haben wir eine Reihe von Themen zusammengestellt, die unser Unbehagen insbesondere was die Entwicklungen an Schulen angeht, zusammenfassen und unser Engagement begründen:

  • Permanente Überlastung und fehlende Zeit zur Reflexion
  • Verschwinden von Diskussionsräumen, Diskussionen und Alternativen
  • Zunahme von Aufgaben, die nicht zum „Kerngeschäft“ des Unterrichtens
    gehören
  • Übertragung wirtschaftlichen Effizienzdenkens und ökonomischer Praktiken
    auf Schule und Unterricht
  • Qualitätsanalysen
  • Output-Orientierung, Kompetenzorientierung
  • Change Management
  • Schulprogramm-Aktionismus
  • Siegel- und Plakettenfetischismus
  • Digitalisierung als Selbstzweck

Die Liste ließe sich weiter fortsetzen. Die Idee der GBW-Regionalgruppen ist es, kritische Lehrerinnen und Lehrer an Schulen, Seminaren und Hochschulen, aber auch alle an Bildung und Wissen interessierten Menschen vor Ort zusammenzuführen und die Analysen und Stellungnahmen der GBW für den Alltag in Schule und Gesellschaft fruchtbar zu machen. Konkret bedeutet dies:

  • Die Erfahrung von kritischer Gemeinschaft und gegenseitiger Bestärkung in Zeiten sozialer Atomisierung und Isolation durch

    • Persönlichen Kontakt und Erfahrungsaustausch
    • Artikulieren des Unbehagens
    • Diskussion und Entwicklung alternativer Handlungsansätze

  • Vertiefung des Verständnisses der Programme, Modelle und Menschenbilder, die
    uns im Schul- und Hochschulalltag begegnen durch

    • Austausch von Literatur- und Textempfehlungen
    • Verknüpfung der Analysen der GBW mit den konkreten Erfahrungen im Schul- und Hochschulalltag
    • Präsentation exemplarischer Themenfelder, z.B. der sog. Schulentwicklung und des Change Managements

  • Aufklärung und Information über Rechtsgrundlagen und Rahmenbedingungen
    kritischen und widerständigen Handelns im Bildungssystem in den Bereichen

    • Mitbestimmungsrechte von Lehrerinnen und Lehrern (Konferenzrecht)
    • Schulleitergespräche
    • Bedeutung von schulischen Mitwirkungsgremien, z.B. Schulkonferenz,
      Lehrerrat
    • Bedeutung der Lehrerverbände, Unterstützung durch die Personalräte

  •  Entwickeln und Aufzeigen von Möglichkeiten gemeinsamen widerständigen Handelns

    • Einfordern von Diskussionsräumen
    • Argumentationshilfen beim Artikulieren von Gegenpositionen
    • Anstreben von Verfahrenshoheiten durch die Lehrerkollegien

Sie sind herzlich eingeladen, hier mitzudenken, zu ergänzen und Ihre eigenen Wünsche und Ideen einzubringen. Wir würden dann sammeln, ordnen und ggf. priorisieren.

Eine letzte Anmerkung: Die Idee der Regionalgruppe lebt insbesondere vom gemeinsamen Austausch und der Solidarisierung zwischen den Treffen auch in kleineren Gruppen an Schulen und innerhalb von lokalen Vernetzungen. Sie ergänzt
und vertieft die „Time for change“ – Tagungen und ist auf ein dezentrales Engagement aller Beteiligten angewiesen.

In Anbetracht der von Silja Graupe auf der letzten Tagung geäußerten Gedanken, dass ein widerständiges Handeln allein zum Scheitern verurteilt ist, hoffen wir auf einen regen, bestärkenden Austausch und auf ein flächendeckendes gemeinsames Engagement im Sinne der Bildung unser Schülerinnen und Schüler und auf der Grundlage der von der GBW seit nunmehr fast 10 Jahren geleisteten Kritik.

Bei Rückfragen oder Anregungen melden Sie sich gern jederzeit unter:

gbw-regio-rheinruhr@bildung-wissen.eu