Auswuchs rot-grüner Schulpolitik

Ausschnitt aus der Pressemitteilung vom 9.05.2017

Ausschnitt aus der Pressemitteilung vom 9.05.2017

In Bielefeld kämpfen Eltern für Realschulen und gegen Schul-Ideologie. Der aktuelle Schulstreit in Bielefeld zeigt wieder einmal: Eine Schulpolitik über die Köpfe der Eltern hinweg muss und wird scheitern – das gilt übrigens nicht nur auf kommunaler Ebene. In Bielefeld melden die Realschulen Spitzenwerte bei den Anmeldezahlen. 160 Schülerinnen und Schüler konnten sogar zunächst nicht angenommen werden, weil es nicht genug Realschul-Plätze gibt. Trotzdem will die Stadt offenbar zwei dreizügige Realschulen schließen und nur eine (zweizügige) Realschule neu gründen. Stattdessen sollen Sekundar- und Gesamtschulen gefördert werden.

Ähnlich wie bereits zuletzt in Kleve gehen nun auch in Bielefeld die Eltern gegen eine solch ignorante Schulentwicklungsplanung auf die Barrikaden. „Der Schulstreit in Bielefeld ist ein Auswuchs rot-grüner Schulpolitik der Landesregierung, die Sekundarschulen und Gesamtschulen als Schulen des längeren gemeinsamen Lernens aus ideologischen Gründen einseitig bevorzugt – unter anderem durch kleinere Klassen und eine günstigere Schüler-Lehrer-Relation als bei Realschulen. Durch Kappung von Ressourcen und schlechtere Rahmenbedingungen drängt Rot-Grün die Realschulen gewaltsam ins Abseits“, erklärt Brigitte Balbach, Vorsitzende von lehrer nrw.

Doch trotz dieser systematischen Benachteiligung zeigt sich immer mehr: Die Realschule ist nicht kleinzukriegen. Das hat Gründe: Realschulen haben sich über Jahrzehnte einen hervorragenden Ruf aufgebaut, weil sie sowohl den direkten Weg ins Berufsleben ebnen als auch die Brücke zur gymnasialen Oberstufe und damit zu einer möglichen akademischen Ausbildung schlagen, betont Balbach: „Mit ihrem Wesenskern der äußeren und inneren Differenzierung hält die Realschule den Qualitäts- und Leistungsgedanken hoch. Das wissen Eltern zu schätzen, und darum ist es gut, dass sie – wie aktuell in Bielefeld – für ihre Überzeugung kämpfen und damit ein Zeichen gegen Schul-Ideologie und Qualitätsabbau setzen. Stadtrat und Stadtverwaltung sind gut beraten, diese Proteste ernst zu nehmen. Unmittelbar vor der Landtagswahl geht von Bielefeld ein neuerliches Signal aus: Die Schulpolitik in NRW muss sich umorientieren.“

09.05.2017

Jochen Smets, Pressesprecher

Originalpressemitteilung (PDF-Datei)