Erst der Mensch, dann die Digitalisierung

Ausschnitt aus der Pressemitteilung vom 18.06.2018

Digitale Medien gehören in eine gute Schule, sind aber kein Selbstzweck. 

Die Euphorie, die im Landtag rund um das Thema Digitalisierung herrscht, teilt lehrer nrw nicht, wohl aber das Anliegen. Dies machte die Verbandsvorsitzende Brigitte Balbach heute bei einer Expertenanhörung deutlich. Es ist unstrittig, dass die Digitalisierung unser Leben, Arbeiten, Kommunizieren und Lernen verändert. Es ist ebenfalls unstrittig, dass die Schulen sich dieser Entwicklung nicht verschließen können und wollen. „Für lehrer nrw gilt als oberste Maxime: Erst der Mensch, dann die Digitalisierung. Digitale Medien als Instrumente des Unterrichts sind kein Selbstzweck, sondern ein didaktisches Mittel unter vielen. Für guten Unterricht, der Schüler zu mündigen Bürgern macht, brauchen wir auch in Zukunft gute Lehrerinnen und Lehrer. Nichts wäre schlimmer, emotional ärmer und didaktisch eindimensionaler als eine Klasse, in der jeder Schüler in seiner persönlichen Tablet-Blase verschwindet“, sagte Balbach. 

Erfolgreiche Lernprozesse haben sehr viel mit Kommunikation, Resonanz und Gemeinschaft unter Menschen zu tun. Das können weder PC, noch Tablet, noch Smartphone ersetzen. „‘Digitalisierung first‘ kann auch im 21. Jahrhundert nicht die Devise für gute Schule sein. Analog hat für uns immer noch Vorrang. Die Digitalisierung muss dem Menschen dienen und nicht der Mensch der Digitalisierung“, betonte Balbach. „Es geht darum, digitale Medien sinnvoll in den Unterricht einzubinden und Schülern auch die Risiken der Digitalisierung vor Augen zu führen. Das Thema Datensicherheit und Sensibilität im Umgang mit persönlichen Daten seien hier als Beispiele genannt.“ 

Auch im gesamtgesellschaftlichen Kontext sei vor einer kritiklosen Digitalisierungs-Euphorie gewarnt. Heutzutage fühlen sich viele Menschen ohne ihr Smartphone unvollständig. Die Digitalisierung beschleunigt das Leben enorm, gleichzeitig wächst die Sehnsucht nach Ruhe und Entschleunigung. Dieser Widerspruch überfordert viele. „Wir brauchen nicht noch mehr und noch schnellere technische Geräte, sondern mehr Achtsamkeit im Umgang mit ihnen“, so Balbach. 

18.06.2018
Jochen Smets, Pressesprecher

Original-Pressemitteilung (PDF-Datei)


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