Soziale Barrieren überwinden

Auszug aus der Pressemitteilung vom 6.11.2017

lehrer nrw sieht geplantes Förderprogramm „Talent-Schulen“ positiv. 

Es ist inzwischen eine schulpolitische Binsenweisheit, dass der Bildungserfolg in Deutschland stark vom sozialen Milieu der Schüler abhängt. Da sich die Förderung mit der Gießkanne als untauglich erwiesen hat, sind neue Denkansätze nötig. „Mit der Schaffung von 30 Talent-Schulen geht die FDP einen unkonventionellen Weg, der erfreulicherweise auch Eingang in den Koalitionsvertrag gefunden hat. Bei der konkreten Ausgestaltung sind noch viele Fragen zu klären, aber die heute von der FDP gemeinsam mit dem Bildungsforscher und -berater Helmut Klein vorgestellte Machbarkeitsstudie ist vielversprechend. Sie eröffnet insbesondere Kindern aus bildungsfernen Schichten echte Chancen“, sagt die lehrer nrw-Vorsitzende Brigitte Balbach. 

Im Fokus stehen insgesamt 312 Schulen in NRW, die dem „Standorttyp 5“ zugerechnet werden. Diese Standorte sind geprägt durch einen hohen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund und durch hohe Arbeitslosenzahlen. Jede der besagten 312 Schulen kann sich für das geplante Förderprogramm „Talent-Schulen“ bewerben. 30 werden schließlich ausgewählt. 

Positiv ist aus Sicht von lehrer nrw, dass dies auf einem inhaltlichen Ansatz fußt und nicht auf einem ideologischen. Statt Schulformen zu begünstigen, wie es Rot-Grün mit den Schulen des längeren gemeinsamen Lernens getan hat, weist der FDP-Vorschlag in eine andere Richtung: „Nun werden die Besten dort gesucht, wo man sie am wenigsten vermutet und wo sie die ungünstigsten Rahmenbedingungen haben. Schüler und Schulen, die mit schwierigen Voraussetzungen zu kämpfen haben, können jetzt zeigen, was in ihnen steckt“, betont Balbach. 

„Zu begrüßen ist auch, dass die Talent-Schulen laut der Machbarkeitsstudie große pädagogische und konzeptionelle Freiheit erhalten sollen, aber über ihre Arbeit auch Rechenschaft ablegen müssen. Mit einer optimalen personellen, materiellen, technischen und räumlichen Ausstattung können so Leuchtturm-Schulen entstehen, die Vorbildwirkung haben. Entscheidend für das Gelingen dieses ehrgeizigen Projekts ist natürlich, dass das Förderprogramm eine angemessene finanzielle Ausstattung erhält.“ 

06.11.2017 

Jochen Smets, Pressesprecher

Originalpressemitteilung (PDF-Datei)



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