Previous Page  12 / 28 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 12 / 28 Next Page
Page Background

lehrer nrw ·

3/2017

12

TITEL

Zeitgemäße

Bildung in der

digitalisierten

Welt

Die Politik in Nordrhein-Westfa-

len muss bessere Rahmenbedin-

gungen für die Bildung aller Kin-

der und Jugendlichen schaffen.

Der Zusammenhang von sozialer

Herkunft und Bildungserfolg ist

nach wie vor zu stark. Möglichst

alle Jugendlichen müssen zu ei-

nem Abschluss geführt werden.

Hierfür müssen die Schulen in die

Lage versetzt werden, ihre Schü-

lerinnen und Schüler noch wirk-

samer zu fördern. Dafür sind klei-

nere Lerngruppen, mehr Anrech-

nungsstunden und mehr Unter-

stützung durch Schulsozialarbeit

und Schulpsychologie notwen-

dig.

Die Herausforderungen von In-

klusion und Integration müssen

gemeistert werden. Insbesondere

die inklusiven Schulen brauchen

dringend bessere Bedingungen.

Es müssen Standards für das ge-

meinsame Lernen entwickelt und

die Personalausstattung verbes-

sert werden. Förderschulen aller Förderbereiche sollten erhalten bleiben. Denn Inklusion ist gut, aber nicht für jedes Kind mit

besonderem Förderbedarf gleichermaßen.

Die Entwicklung einer zeitgemäßen Bildung für ein Leben in der digitalisierten Welt ist ein

wichtiges Thema. Erforderlich ist die verbindliche Einführung von Medienkompetenzvermitt-

lung in die Lehrpläne und mehr digitale Werkzeuge als Arbeitsmittel im Unterricht in Schüler-

hand. Es müssen Diskussionen weitergeführt werden, was für eine Allgemeinbildung Kinder

und Jugendliche für ihre Mitwirkung in Gesellschaft und Politik in der nahen Zukunft erwer-

ben sollen. Hierzu gehören auch Fragen des verantwortungsvollen Umgangs mit eigenen und fremden Daten und die selbst-

ständige Bewertung von Nachrichten zweifelhafter Herkunft. Unerlässlich sind auch solide Kenntnisse der technologischen

Grundlagen. Um diese möglichst allen Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, sollte Informatik in der Sekundarstufe I zu ei-

nem verpflichtenden Fach werden.

Gute Schule sichern

Chancengleichheit, ein positives Leis-

tungsverständnis, das Sichern guter

Schule in der Fläche sind Leitlinien grü-

ner Bildungspolitik. Den Schuletat haben wir seit 2010 um

3,8 Milliarden Euro erhöht – ein Plus von 27 Prozent. Wir

haben die von CDU und FDP gestrichenen und nicht finan-

zierten Stellen erhalten, sie gesichert und neue geschaffen:

insgesamt 20 000 zum Schuljahr 2017/2018. Sie sorgen für

mehr Qualität durch Unterstützung der Inklusion und Inte-

gration, kleinere Lerngruppen und Standorte, mehr Ganztag,

Entlastung der Schulleitungen sowie multiprofessionelle

Teams. Die Mittel für den Offenen Ganztag haben wir über-

proportional gesteigert und dynamisiert.

Die Inklusion erfolgt schrittweise, und wir unterstützen sie

mit einer Milliarde Euro, Kommunen erhalten nun unter an-

derem für Schulbegleitung jährlich vierzig Millionen. Wir

wollen mehr Zeit für Beratung und den Austausch. Die per-

sonelle Ausstattung werden wir gerade beim Umgang mit

Kindern mit Unterstützungsbedarf bei der emotionalen und

sozialen Entwicklung weiter stärken. Zwei Milliarden inves-

tieren wir zusätzlich in Schulbau und digitale Infrastruktur.

Wir sichern die Schulsozialarbeit, während der Bund sich

drückt.

Leiterinnen und Leiter von Grund- und Hauptschulen ha-

ben wir eine Besoldungsstufe bessergestellt. Für alle Grund-

schul- und Sekundarstufe I-Lehrkräfte wollen wir das eben-

falls tun. Eine qualifizierte Schulleitungsassistenz soll für

Entlastung sorgen. Mit Anrechnung von Teamzeiten und

mehr Fortbildung verstärken wir die Unterrichtsentwicklung.

Wenn die Lehrer- und Schulkonferenz dies will, sollen sich

Schulen direkt umwandeln können. Durch einen besseren

Sozialindex sollen Schulen beim Umgang mit einer immer

heterogeneren Schülerschaft gestärkt werden.