LehrerNRW

    lehrer nrw · 2/2019 14 TITEL besuchen an einem Tag ist oftmals auf Grund des großen Einzugsbereiches nicht möglich. Die zusätzlichen großen Themen Inklusion, Digitalisierung und sprachsensibler Unterricht unterstützen wir sehr. Gerade in den ZfsL fin- det für diese Bereiche eine umfangreiche konzeptionelle Arbeit statt, deren Ergebnisse durch die Multiplikatorenfunktion der Kern- und Fachseminarleitungen zu einem festen Fundament des schulischen Alltags werden. Fach- und Kernseminarleitungen benötigen mehr Anrechnungsstunden, damit diese The- men adäquat weiterentwickelt werden und in die Ausbildung einfließen können. Darüber hinaus fehlen entsprechende Stundendeputa- te für besondere Aufgaben im ZfsL (zum Bei- spiel AfG, Pflege der Homepage, ...).  Die Entlastungs-Regelung entlastet nicht Die ’Entlastungs’-Regelung pro Lehramtsan- wärterin und Lehramtsanwärter gemäß An- lage 3 OVP 2016 führt zu enormen Engpäs- sen in Bezug auf die Vorbereitung und Durchführung für dringend notwendige Aus- bildungsaufgaben. Hierfür bleibt zu wenig Zeit. Ein insgesamt höheres Deputat an zu- sätzlichen Anrechnungsstunden für das ZfsL wäre erforderlich, um individuell diese Auf- gaben verteilen und dementsprechend erle- digen zu können. Weitere neue Herausforderungen werden ab 2019 bedingt durch die notwendige ge- genseitige Qualifikation der Fachleiterinnen und Fachleiter in den Fächern Mathematik und Deutsch in den G-Seminaren entstehen, da die Kombination der Mathematik-Deutsch- Seminare in der OVP 2011 (Änderung durch Verordnung vom 8. Juli 2018) festgeschrieben ist. Dies ist zwangsläufig an die Erstellung neuer Konzepte gekoppelt, die zusätzlich zur grundlegenden Systementwicklung im ZfsL er- folgen muss. Das stellt schon eine sehr große Herausforderung an die Beteiligten dar. Zu- sätzlich wird die außerordentliche Art der He- rausforderung in der Systementwicklung da- durch verstärkt, dass die meisten Fachleiterin- nen und Fachleiter nur eine Teilzeit ihrer Be- schäftigung im ZfsL absolvieren. Auch wenn diese Aufgabe zum Tätigkeitsbereich der Se- minarausbilderinnen und Seminarausbilder gehört, kann sie beispielhaft für wachsende Arbeitsbelastung herangezogen werden.  Beförderungschancen? Mies! Insbesondere für den HRSGe-Bereich gilt: Bewerbungen auf Beförderungsstellen (A13) sind für Fachleiterinnen und Fachleiter oft problematisch, da ihr Einsatz im schuli- schen System nur mit einem geringeren Stun- denumfang möglich ist, die Beförderungsstel- len jedoch an die Übernahme zusätzlicher Aufgaben gekoppelt sind. So müssen Fachlei- terinnen und Fachleiter mit hohen Stunden- anteilen in den Schulen verbleiben oder ha- ben Nachteile im Bewerbungsverfahren. Fachleiterinnen und Fachleiter sollen und wollen sich in internen Fortbildungen, Dienstbesprechungen, Konferenzen, Gre- mien und Arbeitsgruppen engagieren. Durch das erhöhte Arbeitsaufkommen kommt es häufig zu Überschneidungen verschiedener Dienstgeschäfte. Es muss ausreichend Gele- genheit geben, sowohl am ZfsL als auch an den Schulen mitzuwirken. Basis hierfür kann eine nach oben geänderte Stundenentlas- tung in Schule und im ZfsL sein. Dies wäre auch wünschenswert, um weiterhin schuli- sche Entwicklungsprozesse unterstützen zu können. Die Fachleiterschaft ist in besonde- rer Weise über aktuelle Veränderungen und Neuerungen im System Schule bestens infor- miert und wird daher oft von Schulleitungen in beratender Funktion eingebunden.  Das beste Rezept gegen Lehrermangel? Motivierte Fachleiter! Den Unterricht können die Fachleitungen in den Lehrämtern nicht kontinuierlich planen, da sie durch die variierende Anzahl an Lehr- amtsanwärtern und das strikte Verbot, Über- stunden anzusammeln, teilweise jedes Halb- jahr anders eingesetzt werden müssen. Er- zieherische Arbeit kann so nicht kontinuier- lich fortgesetzt werden. Die Schulleitungen erfahren keinerlei Kontinuität und Sicherheit in ihrer Unterrichtsverteilung bzw. Stunden- plangestaltung. Wir sind das wichtigste Rezept gegen den Mangel an gut ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern. Wir sind die Multiplikatoren in der Lehrerausbildung. Eine zeitnahe Verbes- serung an den oben genannten Stellen wirkt sich um ein Vielfaches auf die Qualität der Lehrerausbildung, des Unterrichts, auf die Arbeit der Lehrerschaft, das Ansehen in der Öffentlichkeit (Werbung neuer Lehrerinnen und Lehrer) und somit auf die Entwicklung der Schulen in NRW und letztendlich auch auf die positive Entwicklung der Kinder aus.  Zentrale Forderungen Wir wollen uns weiterhin jeder neuen Herausforderung stellen und gewohnt enga- gierte Arbeit leisten. Zusammenfassend er- geben sich hieraus folgende resultierende Forderungen: • die dringend notwendige Wertschätzung und Gerechtigkeit in Form eines gleichen Beförderungsamtes für alle Schulformen, • die deutliche Anhebung der Anrechnungs- stunden für die immer komplexere Planung und Durchführung der Seminar- arbeit (zwei Unterrichtsstunden Seminar ergeben im Moment eine Anrechnungs- stunde Grundentlastung), • die Anpassung der Kilometerpauschale, • Chancengleichheit in Revisionsverfahren für Beförderungsstellen, • die Schaffung eines Entlastungsdeputats an den ZfsL mit entsprechenden Stunden für besondere Aufgaben, • die Zulässigkeit von Überstunden in einem geringen Umfang zum einfachen Ausgleich von Fluktuationen im laufenden Schuljahr. Die vielen unbesetzten Fachleitungsstellen in den Bereichen HRSGe und G spiegeln auf sehr deutliche, alarmierende Art undWeise die nicht vorhandene Attraktivität undWertschät- zung unserer wichtigen Aufgabe wider. Auch im Hinblick auf den gegenwärtigen Lehrer- mangel, die damit verbundene verstärkte Öff- nung für den Seiteneinstieg und somit weiter wachsenden Herausforderungen erscheint uns ein zeitnahes Handeln unabdingbar. Die unterzeichnenden Kolleginnen und Kollegen des Kollegiums des ZfsL Arnsberg

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