35 Senioren auf NATO-Basis

2015-03-10-Geilenkirchen
lehrer nrw-Besuchergruppe am 10.03.2015 vor einer AWACS-Maschine
2015-03-10-Geilenkirchen
Im Cockpit einer Maschine

35 Senioren des lehrer nrw besuchten am 10. März 2015 den NATO-E-3A-Verband auf der NATO-Airbase bei Geilenkirchen.

Mit Spannung geladen, erwarteten 35 lehrer nrw-Senioren den Zugang zum Gelände der Airbase, um mit dem Bus zunächst zur Kantine gebracht zu werden. Dabei führte uns die Fahrt durch die riesigen, multinationalen Anlagen mit Wohnhäusern, Kindergärten und Schulen sowie mit Kasernen und Sportplätzen.
In der Kantine nahmen wir zusammen mit Soldaten und Soldatinnen aus 16 Ländern eine stärkende Mahlzeit ein. Dabei hatten einige unserer Gruppe schon Gelegenheit, mit den Bediensteten in Deutsch oder auf Englisch zu sprechen und einige Dinge zu erfahren.

Nach der Stärkung ging es in einen Vortragsraum, in dem wir über die Art dieser Air Base informiert wurden.
Zunächst erläuterte uns ein Stabsfeldwebel den strukturellen Aufbau des E-3A-Verbandes: Insgesamt befinden sich hier ca. 2900 Soldaten und Zivilbedienstete, die zum Teil auch hier auf dem Gelände wohnen, sonst aber in den umgebenden Städten und Dörfern in Deutschland, den benachbarten Niederlanden und in Belgien ihre Privatwohnungen haben.

Der Verband hat zur Zeit 17 (früher 18) sogenannte E-3A AWACS-Flugzeuge (Airborne Warning and Control System), von denen sich normalerweise mehrere auf anderen Stationen befinden. Dieser Verband ist einer der zwei Einsatzverbände der NATO-Frühwarnflotte. Aufgaben sind im Auftrage der NATO in der ganzen Welt Überwachungs- und Leiteinsätze zu fliegen, je nach den Aufträgen der NATO-Befehlshaber. So waren diese Flugzeuge in Afghanistan und Bosnien beteiligt, um Aufklärungsflüge durchzuführen.

Es gibt außer diesem Flugplatz Geilenkirchen noch sogenannte „vorgeschobene Einsatzflugplätze“ dieses Verbandes (Forward Operating Basis FOB oder Locations, FOL) in kleinen Orten: Oerland in Norwegen, Aktion (Griechenland), Trapani (auf Sizilien) und in Konya (Türkei). Außerdem gibt es Flugplätze in England nördlich von London und in Frankreich südlich von Paris.

Insgesamt gehören zum AWACS Programm der NATO 18 Nationen: Belgien, Dänemark, Deutschland, Griechenland, Italien, Kanada, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien, Tschechien, Türkei, Ungarn, Großbritannien und USA. Es sind aber hier in Geilenkirchen nur Soldaten aus 16 Nationen stationiert, weil Großbritannien ein eigenes E-3-System betreibt und Luxemburg keine Soldaten stellt.

Interessant ist aber, dass alle Maschinen auf das Land Luxemburg zugelassen sind und den Luxemburger Löwen als Wappen tragen. Ebenso tragen alle Soldaten dieses Wappen an ihrer Dienstkleidung: Das hat strategische Bedeutung, da Luxemburg als kleinstes Land gilt und dadurch beim Überfliegen von fremden Ländern normalerweise keine Probleme aufkommen.

Nach all´ diesen Informationen wurden wir mit einem Bus zum nahen Flugplatz gefahren und sahen dort die bereitgestellten Flugzeuge. Den sehr lauten Start einer Maschine konnten wir hier miterleben. Anschließend hatten wir die Möglichkeit, in kleinen Gruppen geführt, eine Maschine eingehend von außen und von innen zu besichtigen.
Aber wir kamen uns doch sehr bedrückt vor bei der Vorstellung, dass die Soldaten in der fensterlosen Maschine ihren Arbeitsplatz an Navigationsgeräten und den Computermonitoren haben und doch konzentriert mit Hilfe von GPS und Radar den Blick auf die Erde und dort auf ausgewählte Bereiche richten. Einige haben neben dieser „Beobachtungsaufgabe auch noch zusätzlich die Aufgaben eines Feuerwehrmannes.
Nur die Piloten und der Navigator haben vorne im relativ engen und mit zig Geräten, Kontrolllampen, Schaltern und Knöpfen ausgestatteten Cockpit Fenster.

Normalerweise fungieren 16 Personen als Besatzung, aber manchmal sind die Einsatzzeiten so, dass man auch mit zwei Teams im Wechsel, also mit 32 Besatzungsmitgliedern, arbeiten muss. Deswegen sind auch sechs Betten und eine sehr enge Waschstelle und Toilette sowie eine Miniküche im Flugzeug vorhanden.
Manchmal fliegen auch Politiker mit diesen Maschinen und evtl. Presseleute als Gäste oder wegen besonderer Aufgaben.

Die Maschinen sind alle von Boeing in den USA gebaut worden und haben vier, mittlerweile mit geringerer Lautstärke ausgestattete, Triebwerke. Alle Flugzeuge haben den hoch herausragenden, großen Radar-Aufsatz, den „Radom“ als den „aktiven Radar“ und den „passiven Radar“ in den drei Wülsten links und rechts und vorne am Bug des Flugzeugs.

Alle Maschinen können in der Luft von einem Tankflugzeug aus betankt werden, und zwar mit einer Verbindung im Abstand von nur ca. 6 Metern.

Dieser Besuch war wieder einmal etwas Besonderes für uns Ruheständler vom lehrer nrw. Deshalb danken wir Ulrich Jers sehr herzlich, der dort ja fast zu Hause ist, dass er uns die Besichtigung dieser NATO Airbase vermittelt hat.

Konrad Dahlmann

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