34 Lehrer bei 'Maria im Kapitol' und auf dem Dach des Kölner Doms

Bei 'Maria im Kapitol'

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Unsere Gruppe in 'Maria im Kapitol'
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Unsere Gruppe in 'Maria im Kapitol'
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Kreuz in 'Maria im Kapitol'

Am 19.05.2015 trafen sich pünktlich um 12 Uhr 34 wissbegierige ehemalige Realschullehrer/innen in der Straße 'Lichhof' an der romanischen Kirche „Maria im Kapitol“ in Köln. Dort erwartete sie bereits der mit der Führung beauftragen Historiker Christian Knorpp.

Bereits kurz nach Erhebung zur Stadt ließen die Römer in der Südost-Ecke der Stadt einen Tempel erbauen.
Um 700 ließ dann die Gattin (Plektrudis) des Hausmeiers Pippin der Mittlere auf den Fundamenten des Kapitols eine Saalkirche errichten. Von dieser Kirche ist ebenso wie von der um 950 von Erzbischof Bruno (der jüngere Bruder von Otto dem Großen) erbauten Kirche fast nichts mehr vorhanden.

Über den immer noch erhaltenen Fundamenten des ehemaligen Kapitolstempels entstand dann aber in den Jahren 1040-1065 die größte romanische Kirche Kölns(100 m lang, 40 m breit), die wegen ihres Standorts den Namen „Maria im Kapitol“ erhielt.
Bemerkenswert an der Kirche sind der Westbau, der Chorabschluss als früheste abendländische Dreikonchenanlage, die Krypta sowie die Reste der mittelalterlichen Ausstattung.
Auffallend und für die damalige Zeit ungewöhnlich sind die drei Konchen, die dem Grundriss der Geburtskirche in Bethlehem folgen. Die unter der Kirche gelegene Krypta hat fast die Ausmaße des Doms zu Speyer.

Die Kirche hat neben zwei sehr unterschiedlichen Madonnenfiguren noch weitere bemerkenswerte Sehenswürdigkeiten vorzuweisen:

  • So gibt es noch eine Holztür aus der Bauphase. Sie tat bis 1930 in der Nordkonche ihren Dienst und wird bald 1000 Jahre alt.
  • In der nordöstlichen Kapelle des Trikonchos hängt ein Gabelkreuz, das den Gekreuzigten in einer nie zuvor dagewesenen Grausamkeit darstellt.
  • Die Kirche wird von einem eindrucksvollen Lettner geteilt. Er wurde 1524 von fünf Kölner Patrizier Familien in Mechelen in Auftrag gegeben. Er ist das früheste Renaissance Werk Kölns. Aufgrund der unterschiedlichen Längenmaße (Fußmaße) von Köln und Mechelen geriet das Werk jedoch erheblich zu groß, was seiner Schönheit aber keinen Abbruch tut.

Obwohl für die Führung eine Stunde vorgesehen war, waren wir nach 75 Minuten eigentlich immer noch nicht fertig.

Jürgen Schmitt

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Lettner
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Abendmahlsszene auf fast 1000-jähriger Holztür
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Fast 1000 Jahre alte Holz-Eingangstür der Kirche

Auf dem Dach des Doms

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Mittagspause im Café Eigel
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Vom Aufzug zum Dach über Gerüstbohlen
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Zwischen Gewölbedecke (unten) und Domdach (oben)
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Interessierter Blick vom Dachumgang in die Tiefe

Nach der ersten Kirchenexkursion an diesem Tag durch 'Maria im Kapitol' ging es, von Christian Knorpp als Führer begleitet und mit weiteren Erklärungen bedacht, am Haus des Erfinders von Kölnisch Wasser vorbei zum Cafe Eigel. Dort genossen wir eine erholsame Mittagspause mit phantastischen Köstlichkeiten der Kölner Küche und Backstube.

Und jetzt um 16.00 Uhr, nach Feierabend der Handwerker der Bauhütte heißt es: Dem Dom aufs Dach gestiegen...
...nein, besser: gefahren; denn wir nehmen, auf zwei Gruppen verteilt, einen Lastenaufzug, der mit 18 Personen beladen werden darf. ...und langsam klettert der Aufzug vom Spezialeingang an der Nordseite des Kölner Domes als Zahnradbahn senkrecht auf 45 m Höhe.

Dort entsteigen wir diesem Gefährt und stehen auf halber Höhe zu den beiden Türmen. Wir gehen über eine Gerüstbrücke zu einer Tür und folgen dieser ins Innere des Dachraumes.
Dieser ist über dem Längsschiff des Domes angebracht, und wir stehen über den Gewölben. Der Dachstuhl ist nicht aus Holz, wie man annehmen würde, sondern eine moderne Eisenkonstruktion des vorletzten Jahrhunderts. Das Dach selbst hat als „Dachpfannen“ eine 3 mm starke Bleiabdeckung. Wir wundern uns über die Größe des Innenraumes und die Helligkeit darin, denn es ist eine Vielzahl von nicht zu öffnenden Dachfenstern vorhanden.

Unsere Führer erläutern an Plänen die Entstehungsgeschichte des Domes, die damit verbundenen Schwierigkeiten und die Art und Weise des unterschiedlichen Baues in unterschiedlichen Zeitabschnitten. Auch das Besondere der langen Bauzeit bis zur endgültigen Fertigstellung im vorletzten Jahrhundert wird uns dargelegt.

Wir können dann außen am Dach - entlang des Mittelschiffes, der Seitenschiffe und des Chorraums - gehen und sehen dabei von oben auf die Plätze unten, auf denen die Menschen scheinbar als kleine Wesen herumlaufen. 45 m Höhe ist doch schon ganz schön hoch, vor allem, wenn man oberhalb der Stützpfeilerkonstruktionen an den relativ dünnen und locker gebauten, von unten zierlich wirkenden „Mauern“, auf schmalen Blechstegen  entlang geht. Unser Weg führt uns hier draußen fast ganz entlang der gesamten Außenränder bis zum Eingang zum Vierungsturm, dessen unteres verstärktes Eisengestell an die Bauweise des Eiffelturms erinnert. Über eine schmucke, reich verzierte Wendeltreppe aus Eisenguss gelangen wir an den kleinen Glocken vorbei fast auf die Spitze des Vierungsturmes (direkt unter dessen Dach) und genießen den schönen Ausblick über Köln.

An dieser Stelle angekommen, werden wir auch auf den „Weltmittelpunkt Kölns“ über dem offiziellen Messpunkt (den trigonometrischen Punkt der Landvermessung) aufmerksam gemacht. Dann geht es wieder weiter die Wendeltreppen hinunter und durch den Arbeitsraum der Handwerker (dem gesamten Dachraum), durch das Längsschiff bis in den Mittelraum zwischen den beiden Türmen.
Im Teil des Nordturmes ist die Modellkammer untergebracht. Hier befinden sich zahlreiche Gipsmodelle für die vielen Figuren und Wasserspeier des Domdaches und der Türme des Domes. Von hier führt ein Werkaufzug noch 50 Meter höher bis zu den Arbeitsplattformen, die an der Spitze des Turmes angebracht sind.

Für einen Teil der Teilnehmer geht es wieder mit dem Aufzug nach unten, für einen anderen Teil aber auf die 30 m tiefere Ebene ins Innere des Domes, wo man fast an den farbigen riesigen Fenstern entlang gehen und gleichzeitig einen Blick in die Tiefe der Kathedrale werfen kann, nur noch 20 m über dem Fußboden.
Dieser Besuch auf dem Dach des Domes ist das Haupterlebnis unserer heutigen Exkursion, selbst wenn es beim Dachrundgang etwas regnete, jedenfalls war es hier oben weniger windig als auf der Domplatte unten.

Im Anschluss daran ging ein Teil der Gruppe noch zum Gedankenaustausch in ein typisches Kölner Lokal, um nach den Anstrengungen des Tages ein verdientes echtes Kölsch zu genießen.
Konrad Dahlmann

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Gusseiserne Wendeltreppe hinauf zum trigonometrischen Punkt Kölner Dom
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Trigonometrischen Punkt Kölner Dom
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Auf dem Vierungsturm beim trigonometrischen Punkt
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Auf dem Vierungsturm beim trigonometrischen Punkt
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Herrliche Sicht nach Nord-Ost
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Sicht über die Hohenzollernbrücke nach Osten
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Sicht über den Rhein nach Süd-Ost...
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... bis zum Siebengebirge
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Hier geht der Blick über die Stadt nach Süd-West
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Und auch noch ein Blick nördlich an den Domtürmen vorbei nach Nord-West
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Ein 950 Liter fassender Löschwasserbehälter - außer Betrieb - auf dem Dachboden
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In der Modellkammer
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In der Werkstatt
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Ein Teil des Domgewölbes
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Blick vom Dom zurück zu 'Maria im Kapitol'
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Beim Abendessen mit Kölsch und deftigen Speisen

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