Unsere Besuchergruppe am 9.8.2016 vor dem Haus Düsse

Besuch der Senioren des lehrer nrw im Haus Düsse und in den Salzwelten in Bad Sassendorf

Landwirtschaftszentrum Haus Düsse
Schweinehaltung
Ehemaliges Wasserschloss 'Haus Düsse'
Hof Haulle und die Salzwelten
Modell eines Gradierwerks
Orte in der Hellwegzone mit "Salzgeschichte"
Quellhorizont

Am 9. August 2016 trafen sich 23 Seniorinnen und Senioren des lehrer nrw bei bestem Wetter im Haus Düsse, dem landwirtschaftlichen Versuchsgut des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe.

In diesem idyllisch gelegenen alten Wasserschloss werden Landwirte ausgebildet und Fortbildungen angeboten. Im Bereich der Schweinehaltung wird mit Sauen, Ferkeln und Mastschweinen gearbeitet, um Fragestellungen zu den Themen Haltung, Fütterung, Zucht und Genetik zu erforschen.
Die Rinderhaltung im Haus Düsse dient in erster Linie der Aus- und Weiterbildung der in der Landwirtschaft Tätigen.
Darüber hinaus werden Ackerbau- und Pflanzenschutzversuche bei Getreide, Raps, Mais und nachwachsenden Rohstoffen durchgeführt.

Von den vielen Aufgaben des Hauses wurde uns exemplarisch die Aufzucht von Kühen und Schweinen in ihren möglichen Spielarten nahegebracht. Zunächst faszinierte die Teilnehmer eine vollautomatische Melkanlage (ein Melkroboter), die von den Milchkühen selbstständig aufgesucht werden kann, wann immer sie Bedarf danach verspüren.
„Cow comfort“, auch für die teilnehmenden ehemaligen Englischlehrer eine neue Vokabel, wird beispielsweise eine andere Einrichtung genannt, die dem schwarz- oder buntbraunen Vieh das Leben erleichtert: eine Bürstenanlage, die gerne aufgesucht wird und dann mit automatisch rotierenden Bürsten das Vieh verwöhnt. Es wurde aber auch deutlich, dass die schnelle Trennung von Mutter und Kind der Preis ist, den die Kühe zahlen müssen, damit wir Milch, Butter und andere Milchprodukte genießen können.

In der Schweinezucht wurden mögliche Stallorganisationen vorgestellt und die industrielle Tierhaltung erklärt. Unterschiedlichste Bodenarten mit oder ohne Einstreu, Belüftung und unterschiedliche Boxeneinteilungen zum Schutz der neugeborenen Ferkel werden hier erprobt.
Bei allem Zwang zur Effizienz, das Tierwohl steht immer im Vordergrund. Davon konnten sich alle Exkursionsteilnehmer gründlich überzeugen. Eine Biozuchtanlage für Rinder und Schweine, etwas außerhalb des Haupthofes hinter einem kleinen Wäldchen gelegen, ergänzte die „technischorientierte Tierhaltung“.

Nach dem schmackhaften Mittagessen im Haupthaus Düsse ging es ins nahegelegene Bad Sassendorf zur Führung in den Westfälischen Salzwelten, einem im letzten Jahr neu eröffneten Museum.
Ein sachkundiger Führer brachte allen Teilnehmern die Welt des Salzes und die Geschichte des Ortes Sassendorf so spannend nahe, dass die vorgesehene Zeit weit überschritten wurde. Insbesondere wurde während der anschaulichen Führung deutlich, wie schwer und ungesund die Arbeit früher in der Saline war und dass das „weiße Gold“ in erster Linie den Landesherren und Grundbesitzern Reichtum brachte.
Siedesalz herzustellen wurde Mitte des letzten Jahrhunderts unwirtschaftlich. In Sassendorf war 1952 endgültig Schluss mit der Salzsiederei und es war ein Glück für den Ort, dass im 19. Jahrhundert die medizinische Wirkung der Sole bekannt wurde und viele Kranke mit Haut- oder Atemproblemen zur Kur nach dem zum Bad herangereiften Sassendorf kamen.

Mit der Gesundheitsreform ging die Anzahl der verordneten Kuren drastisch zurück und die Kliniken im Ort stellten sich zwangsweise auf Rehamaßnahmen nach Hüft- und Knieoperationen um.
Das einzige noch erhaltene Gradierwerk, das ursprünglich zur Anreicherung der 3,5%-igen Sole vor dem Sieden zur Brennstoffeinsparung gedacht war, wird heute von Personen mit Atembeschwerden aufgesucht. Diese wohltuende Wirkung der Sole konnten alle in einem Inhalationsraum genießen.

Die ausliegenden Anwendungstipps für die Anwendung vom Salz im Haushalt, beim Essen und Trinken und zur Pflege der Haut wurden gerne mitgenommen. Die Verwendung von Salz in der Industrie wurde ebenfalls angesprochen, Ausführungen hierzu würden allerdings den Rahmen des Berichtes sprengen.

Klaus-Dieter Köller