lehrer nrw Senioren besuchten Aachen

Vor dem Hauptportal des Doms, dem Wolfstor
Der Barbarossaleuchter
Wunderschönes Deckenmosaik
Der Karlsschrein
Karl der Große mit Miniatur-Kaiserpfalz
Am 13. Dezember 2016 begaben sich 17 Seniorinnen und Senioren an den westlichen Rand unseres Landes, in die Kaiserstadt Aachen mit seinem altehrwürdigen Dom, der von uns unter sachkundiger Führung besichtigt wurde.

Der älteste Teil ist das Oktogon (Vorbild in Ravenna), um 800 erbaut unter Karl dem Großen als seine Pfalzkapelle. Er wollte Aachen zu einem zweiten Rom machen, was uns der souveräne und gefällige Domführer Thorsten Traekner durchgängig verdeutlichte. Im 14./15. Jh. wurde die gotische Chorhalle mit seinen überdimensionierten Fenstern angebaut. Vollendet wurde der dreigliedrige Bau mit dem Westturm im 19. Jh..

Die „Wolfstür“ bildet den Haupteingang, ein bronzenes Riesenportal aus dem 8. Jh..
Im Innern des Oktogons imponiert der von der obersten Spitze herabhängende „Barbarossaleuchter“, ein monumentaler Lichterkranz; er versinnbildlicht das alte Jerusalem.
An einer Säule steht das Gnadenbild aus dem 14. Jh., Namensgebung für das Gotteshaus: Königliche Kirche der hl. Maria zu Aachen.
Die „Goldene Kanzel“ (11. Jh.), ein Geschenk Kaiser Heinrichs II., ist mit wertvollen sakralen und profanen Objekten dekoriert.
In der Chorhalle können wir zwei wertvolle Zeugen karolingischer Schmiedekunst betrachten: Den Karlsschrein aus dem 13. Jh. und den Marienschrein. Während der Karlsschrein die die Gebeine Karls des Großen beherbergt, werden im Marienschrein die 4 „Heiligtümer“ bewahrt.
Seit dem 14. Jh. werden diese alle sieben Jahre den Gläubigen, die stets „aus aller Welt“ kamen, zur Verehrung ausgestellt. Aachen war eine der am meisten besuchten Pilgerstätten Europas (nach Rom, Jerusalem und Santiago de Compostela).
Auf der Empore schließlich der Krönungsstuhl (vollendet 1215), auf dem 30 Könige gekrönt wurden.

Im Anschluss an diese interessante und lebendig gestaltete Führung ging es dann zum Marktplatz, wo wir im „Goldenen Schwan“ im Angesicht des Rathauses unser deftiges Mittagessen eingenommen haben.

Von hier startete dann unser „Rundgang der besonderen Art“ mit der versierten und ansprechenden Stadtführerin Hildegard. Neben historischen Schwerpunkten und grundlegenden Merkmalen, die die Besonderheiten der Stadt ausmachen, stellte sie Sagen, Geschichten und Überlieferungen in den Mittelpunkt ihres Vortrags, womit sie uns mit ihrer lebendigen Erzählkunst zum Staunen und Schmunzeln brachte. So konnten wir dann die vielfältigsten Episoden von folgenden „Kreaturen“ hören:

Die Hinzemännche (Verwandte der Kölner Heinzelmännchen), Gräfin Mobesin (Schauer-, Hexengeschichten), Wehrhafter Schmied (eigentlich Metzger), Monulf und Gondulf (Bischofsskelette zu Pferd), et Fischbüddelche (Öcher Manneke Piss), die 2 puckeligen Musikanten (Missgunst), Bahkauv (Untier in den Abwässerkanälen der Thermalquellen).

Der Besuch des Weihnachtsmarkts war ein willkommener Abschluss für diesen erlebnisreichen Tag im „familiären“ Kreis der Kolleginnen und Kollegen.

Ulrich Jers

Der Karlsthron
Interessierte Zuhörer im Angesicht des Karlsschreins
Stadtführerin Hildegard erzählt von den Hinzemännche
Die Bischöfe Monulf und Gondulf in der Klappergasse
Zum Abschluss ein Gang über den Weihnachtsmarkt