Senioren des lehrer nrw zu Besuch in Arnsberg am 07.06.16

Unsere Exkursionsteilnehmerinnen und -teilnehmer
Bestrafungskäfig
Hinauf zum Schlossberg
Barockaltar im Kloster Oelinghausen
Orgelprospekt im Kloster Oelinghausen
Am 7. Juni 2016 fanden 21 Seniorinnen und Senioren den Weg ins unwetterfreie Arnsberg, um sich über die Stadt zu informieren, die jetzt genau 200 Jahre Sitz einer Bezirksregierung ist.

Die engagierte Stadtführerin gab der Gruppe zunächst einen kurzen Überblick über die wechselhafte Geschichte Arnsbergs, alles unter dem Motto „Bei den Grafen, Kurfürsten und Preußen“.

Besonderes Interesse der Gruppe galt dem letzten Grafen der Stadt, Graf Gottfried. Da seine Ehe kinderlos blieb, verkaufte er die Grafschaft im Jahre 1368  für 130.000 Gulden an den Erzbischof von Köln, und die Zeit der Kurfürsten begann. Neben dem Geld verlangte er eine Grabstätte im Kölner Dom. Dort ist heute als einziger weltlicher Fürst beigesetzt. Das hatten wir vor einiger Zeit bei einem unserer Kölnbesuche im Dom schon erfahren.

Unterschiedlichste kriegerische Auseinandersetzungen (u. a. 30-jähriger Krieg, siebenjähriger Krieg) führten in der Kurfürstenzeit zu schweren Zerstörungen innerhalb der Stadt und im Jahre 1762 zur Zerstörung des Schlosses.
1794 floh das Kölner Domkapitel vor den französischen Truppen nach Arnsberg und versteckte hier einen Teil des Domschatzes, insbesondere den bekannten Dreikönigsschrein.

1802 in der Napoleonzeit fiel Arnsberg an die Grafschaft Hessen-Darmstadt, um nach dem Wiener Kongress im Jahre 1816 Preußen zugeordnet zu werden. So wurde Arnsberg zur Kreisstadt und zum Sitz des Regierungspräsidenten. Das für die preußischen Beamten erbaute klassizistische Stadtviertel prägt heute noch einen großen Teil der Neustadt, unsere Gruppe aber zog es in die Altstadt und auf den Schlossberg, nachdem der Stadtsoldat Bernward Kellner - bestochen mit einer Tüte Gummibärchen – den Weg freigegeben hatte.

Nach der Veranschaulichung unterschiedlicher mittelalterlicher Bestrafungsmethoden führte uns der Weg in Arnsbergs Wahrzeichen, den Glockenturm (Glockenturm, weil er direkte Verbindung zur alten Stadtkapelle hat, sonst wäre er juristisch nur ein Turm mit Glocken). Höhepunkt der Führung war der Blick vom Schlossberg mit seiner Ruine über die große Ruhrschleife.

Der Weg zurück führte entlang der ursprünglich acht Meter hohen Stadtmauer mit erhaltenen wuchtigen Wehrtürmen in einen schattigen Biergarten mit Blick auf das Ruhrtal.

Nach der verdienten Stärkung erwartete uns im nahen Kloster Oelinghausen, dem reichsten der ehemals drei Prämonstratenser Klöster auf Arnsberger Grund, ein weiterer Höhepunkt. Die wechselhafte Geschichte dieses Klosters wurde insbesondere durch Ottilia von Fürstenberg geprägt. Diese Äbtissin erreichte durch ein päpstliches Dekret die Umwandlung des Klosters in ein weltliches, adeliges Damenstift.

Prunkstück des Klosters ist die über einer romanischen Kapelle erbaute gotische Klosterkirche mit ihrer prachtvollen Barockausstattung. Insbesondere der Barockaltar und die historische Orgel standen im Mittelpunkt der Erläuterungen. Abschluss der Besichtigung war der Besuch in der Krypta mit der dort ausgestellten „Kölschen Madonna“, die um 1200 herum vom Erzbischof in Köln dem Kloster geschenkt wurde.

Klaus-Dieter Köller
08.06.2016