Besuch der Sonderausstellung im Kloster Dalheim: „Luther. 1917 bis heute“ am 20.6.2017

Am Dienstag, dem 20. Juni 2017, trafen sich 27 Seniorinnen und Senioren des lehrer nrw zu einem Besuch des ehemaligen Augustiner-Klosters Dalheim zu einer Führung durch die Sonderausstellung „Luther. 1917 bis heute“. Im 500. Jahr nach dem Thesenanschlag zu Wittenberg leistet das Kloster einen ganz besonderen Beitrag zum Lutherjahr, der speziell die letzten 100 Jahre beleuchtet. 

Die lehrer nrw-Seniorinnen und -Senioren erfuhren, wie Politik, Gesellschaft und verschiedene Regimes des letzten Jahrhunderts den Reformator für sich instrumentalisiert haben. 

Ein Führer und eine Führerin, beide hervorragend ausgebildet, informierten mit viel Charisma die Teilnehmer/innen der beiden Klein-Gruppen sehr umfassend und individuell, sie setzten geschickt Akzente und konnten mit ihrem breitem Wissen in Diskussionen einsteigen und alle Fragen beantworten. 

Die Ausstellung selbst ist mit ihrem Bild- und Textmaterial sehr anschaulich und informativ. Sie erweckt beim Betrachter und Zuhörer ein Gefühl dafür, wie gefährlich die manipulative Kraft eines Bildes und Textes ist, wenn diese gezielt missbraucht werden. 

Da aufgrund der Anmeldezahlen zwei Führungen gebucht werden mussten, war das Programm für die Seniorinnen und Senioren so zusammengestellt, dass – allerdings zeitversetzt - neben der Führung durch die Ausstellung auch noch Zeit für einen Besuch des Klostermuseums, der Gärten und Hofanlagen oder für einen kleinen Spaziergang blieb. 

Nach dem Treffen um 11 Uhr am Eingang der Klosteranlage und dem Erledigen der Formalitäten ging es zuerst durch den Kräuter- und Küchengarten, der sich seit dem Tag der Offenen Gärten, dem 10. Juni, für die Besucher als „Luther-Garten“ präsentiert. Es finden sich Schilder mit speziellen Hinweisen auf Gemüse, Kräuter, Gewürze und Obst, alles, was Luther und seine Frau Katharina in ihrem großen Haushalt brauchten. Luther hatte den Garten des ehemaligen Wittenberger Klosters zu einem großen Nutzgarten umgestaltet, Obstbäume gepflanzt und Gemüsebeete angelegt. Manche der Informationen auf den Texttafeln entstammen Luthers Schriften, Briefen oder sonstigen Aufzeichnungen. Ohne Führung konnte jeder sein eigenes Tempo bestimmen, es gab Raum für Gespräche mit alten und neuen Bekannten, und gegen Viertel vor 12 Uhr traf man sich, um einen Kaffee oder ein Erfrischungsgetränk in der Klosterwirtschaft einzunehmen.  

Zwei Geburtstagkinder aus der Seniorenrunde bekamen ein Ständchen und ein Geschenk der Gruppe: Das extra zum Lutherjahr gebraute Luther-Bräu, ein dunkles Bier, war leider ausverkauft, aber ein Kräuter-Schnaps mit Luther-Etikett und ein kleiner geschichtlicher Dalheim-Führer aus dem Dalheimer Klosterladen haben hoffentlich Freude bereitet.

Während die erste Gruppe schon bald zu der um 12.15 Uhr beginnenden 90-minütigen Führung aufbrechen musste, hatte die zweite Gruppe bis 12.45 Uhr Zeit und Gelegenheit, am Buffet das Mittagessen einzunehmen. Leider ließ es sich nicht arrangieren (aufgrund der hohen Besucherzahlen der Lutherausstellung und der Taktung der Führungen), dass alle gemeinsam zu Mittag essen konnten. Doch nach 14.15 Uhr, dem Ende der zweiten Gruppenführung, blieb noch genügend Zeit für einen Gedankenaustausch und eine Fortsetzung der Besichtigungen nach Interessenslage. Die Teilnehmer nahmen in unterschiedlicher Weise noch einige der Besichtigungsmöglichkeiten wahr, die mit dem Ticket verbunden waren. So war das Ende offen; einige nutzten den Tag bis gegen 17 Uhr. 

Gertrud Tölle

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