"SkulpturProjekte" Münster am 30.07.2017

Gang ''übers Wasser' im Kanalhafen
Gang ''übers Wasser' im Kanalhafen
Gruppe vor dem "Nucleare Temple" von Thomas Schütte
Gruppe vor dem "Nucleare Temple" von Thomas Schütte
Projekte
Projekte
Konrad Dahlmann mit Frau
Konrad Dahlmann mit Frau

Zum Besuch der Skulptur-Projekte in Münster hatten sich am 30.07.2017 sieben Teilnehmer eingefunden. Sie besuchten zuerst das Hafenbecken mit dem sonderbaren Skulptur-Projekt namens „on water“ von Ayse Erkmen. Hier kann man nämlich „über Wasser laufen“. 

Ja nun, mit Erkmens Hilfe geht das, denn die Künstlerin hat eine unter der Wasseroberfläche liegende Möglichkeit (Container mit daraufliegenden Gitterrosten) geschaffen, von der einen Seite des Hafenbeckens auf die andere Seite zu „wandeln“, auch wenn man dabei nasse Füße bekommt. Das ganze Bild bei schönem Sonnenschein lockte natürlich auch unsere Senioren zum „Kneippgang“ durch das Wasser. 

Nach einem guten Zwischenmahl in einem der zahlreichen Gastronomiebetriebe ging es dann zum nächsten Skulptur-Projekt, vorbei an dem alten Projekt von 1977, den von Claes Oldenburg geschaffenen „Giant Pool Balls“ am Aasee, hin zu dem diesjährigen auf dem früheren Zoogelände aufgestellten eisernen „Nucleare Temple“ von Thomas Schütte. 

Dann ging es in das Gebäude der Landesbausparkasse, kurz LBS, die ihr Foyer für die Präsentation des nächsten Skulptur-Projektes zur Verfügung gestellt hat: „HELLYEAHWEFUCKDIE“ von Hito Steerl. Es stehen diese fünf Wörter, die, wie angeblich durch ein Computerprogramm festgestellt, am meisten verwendeten Wörter bei populären Songs der letzten Jahre, in großer Leuchtschrift überall auf dem Boden. Außerdem sind mehrere Bildschirme im Raum verteilt, auf denen Kurzvideos laufen

Im Anschluss hieran erreichten wir „per pedes“ den nicht mehr benutzten Tunnel am Schlossplatz. Hier hat der Künstler Aram Bartholl fünf „Kronleuchter“ aufgehängt mit dem Titel „3 Volt“.
Sie sind ein Teil von drei Projekten, die den gemeinsamen Namen „Drei Stromquellen – Feuer der Endzeit“ haben. Diese Kronleuchter bestehen jeweils aus neun Teilen mit je einem Teelicht, das Wärme erzeugt und dadurch Elektrizität für eine darüber angebrachte Lampe mit Leuchtdioden umwandelt und sie damit zum Erleuchten bringt. 

Weiter führte uns der Weg dann zum Hof des Uni-Gebäudes „Hörsaal 1“. An einer Außenwand hängen, wie auch an zwei weiteren Stellen im Stadtgebiet von Münster, Plakate des Künstlers Andreas Bunte. Auf ihnen ist neben einem Farbfoto ein QR-Code gedruckt, sodass die heutige gebräuchliche Technik der Smartphones verwendet werden muss, die nach dem Einscannen Filme über verschiedene Tätigkeiten in Versuchslabors zeigen. 

Der Weg ging vorbei an einigen „alten“, von der Stadt Münster früher schon aufgekauften Projekten (die „Skulptur – Projekte“ in Münster finden als „Kunst im öffentlichen Raum“ seit 1977 alle zehn Jahre statt und machen der in diesen Monaten stattfindenden bekannten Kasseler „Documenta“ beinahe Konkurrenz).

Dann ging es neben die Petrikirche, dort steht vom Bildhauer Ulrich Rückriem „Dolomit, zugeschnitten“ von 1977, der damals in der Bevölkerung großen Widerstand erzeugte. Heute sieht es aus wie die Verlängerung des Kirchdaches bis auf den Erdboden. 

Das nächste Objekt war der „Study Garden“, ein Tisch mit mehreren interessant dazu integrierten Stühlen und Bänken, von Siah Armajani in einem schön angelegten Garten mit Wiese und Düne als Ruhepol inmitten der Uni-Gebäude. 

Von dort ging es in den Keller des Geo-Museums, wo ein „Treffen mit 8 Akteuren“ aus dem ehemaligen Atombunker in der 10. Tiefetage des benachbarten Parkhauses mit dem Titel „How to Live Together and Sharing the Unknown“ von Toki Tanaka vergegenwärtigt wird. 

Die benachbarte Bushaltestelle selbst ist 1987 zur Skulptur von Dennis Adams mit dem Titel „Bus Shelter IV“, also als vieleckiges, zum Teil durchsichtiges Wartehäuschen geworden. 

Schließlich am LWL-Museum angekommen, machten wir erst einmal Pause auf der Terrasse des Museum-Cafes und genossen dabei die Aussicht auf ein von Marl ausgeliehenes Projekt: „Angst“, links ein knallroter Golfspieler, in der Mitte das Wort „Angst“ in Gelb und rechts eine Kirche in Dunkelblau, vom Künstler Gerdes; an der Außenwand der Tiefgarage „Aegidiimarkt“ angebracht. 

Jetzt aber endlich zu der schon lange im Hinterkopf gestellten Frage: Wieso ist das alles Skulptur? Es heißt ja nicht Skulpturen, sondern die gesamte Ausstellung läuft unter dem Namen ‚SkulpturProjekte’. 

Darunter lässt sich erst einmal festhalten, dass Skulptur etwas mit Menschen zu tun hat: entweder von ihnen gemacht und dargestellt aus irgendwelchen Materialien, Gegenständen. Dann kommt das Wort Projekt hinzu, das man deutet als etwas, das gezeigt werden kann, gespielt oder behandelt oder auch, dass einfach etwas in Bewegung gebracht wird. 

Haben Sie Interesse an diesen außergewöhnlichen Objekten, dann fahren Sie doch einmal nach Münster und leihen sich dort für ein paar Stunden in der Nähe des LWL-Museums ein Fahrrad. 

Letzter Termin ist der 1. Oktober 2017. 

Konrad Dahlmann

(gekürzter Bericht)

Den gesamten Bericht finden Sie im Senioren-Infobrief 4-2017