lehrer nrw-Exkursionsgruppe am 28.08.2018 im Bochumer Eisenbahnmuseum und im Nachtigallstollen in Witten

lehrer nrw-Besuchergruppe im Bochumer Eisenbahnmuseum
lehrer nrw-Besuchergruppe im Bochumer Eisenbahnmuseum
Besuchergruppe vor dem Stollen Nachtigall
Besuchergruppe vor dem Stollen Nachtigall

Eisenbahnmuseum Bochum und Zeche Nachtigall

Blick in die Vergangenheit

Die unterschiedlichen Signale
Die unterschiedlichen Signale
Diesellok V 200
Diesellok V 200
Große Drehscheibe zu dem halbkreisförmigen Lokschuppen
Große Drehscheibe zu dem halbkreisförmigen Lokschuppen
Dampflok im Eisenbahnmuseum Bochum
Dampflok im Eisenbahnmuseum Bochum
2 Meter hohe Antriebsräder der Schnellzug-Dampf-Lok 01
2 Meter hohe Antriebsräder der Schnellzug-Dampf-Lok 01
Ausschnitt aus dem Führerstand der Lok-Baureihe 01
Ausschnitt aus dem Führerstand der Lok-Baureihe 01
Kurze Verschnaufpause beim Rundgang
Kurze Verschnaufpause beim Rundgang
Lok mit Dreizylinder-Antrieb
Lok mit Dreizylinder-Antrieb
Lok mit Zahnradantrieb
Lok mit Zahnradantrieb
Ein Straßen-Schienenbus der 50er/60ger Jahre
Ein Straßen-Schienenbus der 50er/60ger Jahre
Personenwagen mit Abteilen der 3. Klasse
Personenwagen mit Abteilen der 3. Klasse
Und so sieht es in der 3. Klasse (Holzklasse) aus
Und so sieht es in der 3. Klasse (Holzklasse) aus
Speisewagen des legendären Orient-Express´
Speisewagen des legendären Orient-Express´
Unsere Besuchergruppe am Nachmittag vor dem Nachtigallstollen
Unsere Besuchergruppe am Nachmittag vor dem Nachtigallstollen
In gebückter Haltung durch den Stollen
In gebückter Haltung durch den Stollen
Auf der Gezähekiste (unten) stehen die Werkzeuge Bergmanns
Auf der Gezähekiste (unten) stehen die Werkzeuge Bergmanns
An der Schüttelrutsche vor Ort
An der Schüttelrutsche vor Ort
Fördermaschine und Seilscheiben im ehem. Maschinenhaus
Fördermaschine und Seilscheiben im ehem. Maschinenhaus

Eine Vorbemerkung

Gerade unter dem Eindruck, dass im Dezember dieses Jahres 2018 die letzte Steinkohlenzeche des Ruhrreviers und der Bundesrepublik Deutschland geschlossen (Zeche Prosper Haniel in Bottrop) wird, haben 19 lehrer nrw-Pensionäre am 28. August 2018 den Nachtigallstollen im Muttental bei Witten und das Eisenbahnmuseum in Bochum-Dahlhausen besichtigt.

Beides gehört eng zusammen. Während zunächst in Pingen und Stollen das „Schwarze Gold“ – die Steinkohle – unter äußerst schwierigen Arbeitsbedingungen ans Tageslicht gefördert worden ist, musste die Kohle aus dem südl. der Ruhr liegenden Abbaugebiet etwa zwischen dem Baldeneysee im Westen und dem Kemnader Stausee im Osten zu den Verbrauchern hin transportiert werden.

Das geschah zunächst sehr beschwerlich mit Handkarren und Pferdewagen. Und später, als im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert Eisenbahnstrecken von Zeche zu Zeche und zu den Endverbrauchern - der Kleinindustrie und den Hüttenwerken im Lennetal, im Volmetal, im Ruhrtal, im Tal der Wupper - gebaut wurden, investierte man in großem Maßstab auch in die Infrastruktur Eisenbahn. Ihr Netz überspannte bald das ganze Gebiet des Deutschen Reichs.

 

Das Eisenbahnmuseum

Gespannt auf die Eindrücke durch die „Relikte“ der Vergangenheit führte uns Herr Schmiechen mit großem Kennerwissen durch das Eisenbahnmuseum in Bochum-Dahlhausen. Dabei erfuhren wir viel über die unterschiedlichen Signale und Signalstellungen, die unterschiedlichen Energiearten (Kohle, Heizöl, Strom und Akkubetrieb) der Triebfahrzeuge (Lokomotiven) sowie die differenzierten Lok-Baureihen und die verschiedenen Raddurchmesser von Güterzug-, Personenzug- und Schnellzuglokomotiven.

Der Blick unter einzelne Maschinen zeigte deutlich, wie klar strukturiert und leicht in der Wartung i. d. R. preußische Loks gebaut waren und wie kompliziert der Antriebs-Aufbau bei Maschinen, die auch im Zahnradbetrieb gefahren werden können, ist.

Ein Blick in den Führerstand der Lok-Baureihe 01 vermittelte uns einen nachhaltigen Eindruck vom früheren Arbeitsplatz des Lokführers und des ständig Kohle schaufelnden Heizers.

Personenwagen von der 4. Klasse (Holzklasse) bis hin zu edelst ausgestatteten Salonwagen konnten wir ebenfalls auf dem Gelände des Eisenbahnmuseums besichtigen.

 

Die Mittagspause

Nach der zweistündigen Führung mit interessanten Erläuterungen über das Eisenbahnwesen der vergangenen 100 Jahre freuten wir uns auf das gemeinsame Mittagessen im Haus Oveney am Kemnader Stausee.

Ein Blick bei herrlichem Sonnenschein über den See am Südrand der Stadt Bochum vermittelte den Eindruck, sich nicht „mitten“ im Ruhrgebiet zu befinden, sondern sich gerade in einer herrlichen Urlaubsregion auszuspannen.

 

Der Nachtigallstollen im Muttental

Um an den Anfangspunkt unserer Exkursionsintention zu gelangen, fuhren wir (zu Fuß) am Nachmittag in den Nachtigallstollen südl. von Witten ein. Er liegt ganz nah am Ufer der Ruhr. Der Ruhrtal Rad- und Wanderweg führt sogar unmittelbar an ihm vorbei.

Zum Begehen des Stollens wurden wir „zünftig“ mit Steigerjacke und Helm ausgestattet. Die Jacke schützte uns vor Verschmutzungen und der Kälte im Stollen (nur ca. 13 Grad C. im Stollen, draußen waren es knapp 30 Grad C.). Der Helm schwächte zahlreiche Kopfkontakte mit dem Hangenden ab, denn die Stollen- und Strebhöhe betrug über weite Strecken nur 1,50 Meter und niedriger. So vermittelte uns bereits der Weg bis vor Ort, wie schwer allein schon das Vorwärtskommen unter Tage ohne Hauergezähe, ohne Stempelschleppen, ohne Kohlevortrieb per Hand war.

Die in dieser Zeche aufgeschlossenen Flöze Geitling – schmale, glänzende, von Süden nach Norden mit einem Winkel von etwa 20 Grad einstreichende Kohlebänder, konnten wir im fahlen Licht der Grubenlampe erkennen.

Über die jeweiligen Vor- und Nachteile der Grubenausbauarten in Holz und in Stahl erfuhren wir Interessantes, die gesundheitsfördernde Aufgabe des „Kübelmajors“ brachte man uns näher und machte uns in diesem Zusammenhang auch auf die Auswirkungen der „guten und schlechten Wetter“ im Bergwerk aufmerksam.

Nach einer guten Stunde war dann diese Grubenfahrt beendet. Mit ihrer Hilfe konnten wir alle nachempfinden, unter welchen lebensgefährlichen, schwierigen und kräftezehrenden Arbeitsbedingungen unsere Vorfahren z. T. noch vor 70 Jahren (in der Nachkriegszeit) in 12-Stunden-Schichten unter Tage gearbeitet haben.

M. Berretz